Hamburg will mehr Bäume, mehr Parks und mehr entsiegelte Flächen. Doch für die Pflege des vorhandenen Grüns fehlt bereits heute das Geld. Meine Anfragen zeigen, wie knapp die Bezirke ausgestattet sind.
2025 standen für die Grünpflege pro Quadratmeter zur Verfügung:
- Hamburg-Nord: 0,54 Euro
- Eimsbüttel: 0,50 Euro
- Hamburg-Mitte: 0,39 Euro
- Harburg: 0,38 Euro
- Altona: 0,33 Euro
- Wandsbek: 0,33 Euro
- Bergedorf: 0,30 Euro
Der Senat hat diese von mir aus seinen eigenen Zahlen errechneten Werte ausdrücklich bestätigt.
Das bedeutet: Wandsbek muss öffentliche Grünanlagen mit gerade einmal 33 Cent pro Quadratmeter und Jahr pflegen. Hamburg-Nord verfügt dagegen über 54 Cent – rund 64 Prozent mehr.
Und jetzt wird das eigentliche Problem deutlich: Hamburg schafft zusätzliche Grünflächen und entsiegelt Flächen. Diese müssen anschließend ebenfalls dauerhaft gepflegt werden. Dafür gibt es aber nicht automatisch zusätzliches Geld.
Der Senat bestätigt ausdrücklich, dass neue Grünflächen dazu führen können, dass das vorhandene Geld künftig auf noch mehr Fläche verteilt werden muss und damit noch weniger Geld pro Quadratmeter zur Verfügung steht. Bedarf und tatsächliche Mittelausstattung seien nicht miteinander gekoppelt.
Gleichzeitig sind allein die Kosten für Landschaftsbauarbeiten gegenüber 2021 laut den vom Senat herangezogenen Zahlen um 57,8 Prozent gestiegen.
Das System hat damit einen grundlegenden Fehler: Hamburg will immer mehr Grün schaffen, stellt aber nicht automatisch das Geld bereit, um dieses Grün anschließend auch zu pflegen. So drohen am Ende mehr ungepflegte Grünflächen, kaputte Wege und Anlagen sowie ein wachsender Sanierungsstau.
Wer neue Grünflächen schafft, muss deshalb auch dauerhaft zusätzliches Geld für ihre Pflege bereitstellen. Sonst ist die Hamburger Begrünungspolitik nicht nachhaltig finanziert.
Quelle: Schriftliche Kleine Anfragen Drs. 23/4989 und 23/5089, Hamburgische Bürgerschaft

