Immer mehr Flächen werden versiegelt, offensichtlich um Pflegekosten zu sparen! – Bei der Überplanung von Straßen muss auch das Grün im Blick behalten werden!

Vor Jahren wurde die Gründgensstraße überplant. Der Radweg wurde auf die Straße verlegt und der Gehweg mit einer Breite von 2,5 m neu angelegt.

 

Wie man auf dem Bild links oben auf der Grafik sehen kann, wurde neben dem Fußweg und den parkenden Autos noch ein Grünsteifen mit Bäumen geschaffen.

 

Bei den Überplanungen der Fabriciusstraße aber wurde der Fußweg mit einer Breite von deutlich mehr als 4 m einfach komplett versiegelt (großes Bild auf der Grafik).

 

Das Mindestmaß beträgt 2,5 m. Eine Abkehr von dieser Vorgabe erfolgt üblicherweise lediglich bei hochfrequentierten Gehwegen. Neben dem Gehweg und den parkenden Autos wurde kein Grünstreifen entwickelt. Auf diesem hätten sicherlich auch noch einige Bäume Platz finden können.

Bei der Sanierung und Überplanung von Verkehrswegen werden häufig mehr Flächen versiegelt als benötigt, um Kosten für die Pflege von Grünanlagen zu sparen. So hat das Bezirksamt Wandsbek die Fußwege in der wenig frequentierten Fabriciusstraße deutlich in der Breite erweitert.

 

Dem zuständigen Regionalausschuss teilte der Vertreter des Bezirksamtes damals mit, dass eine Versiegelung kostengünstiger sei als die jährliche Pflege von Grünflächen. Dieser Ansatz führt zu einer weiteren Zunahme von Versiegelungsflächen.

 

Dies mag auf den ersten Blick nicht allzu sehr ins Gewicht fallen. Macht diese Praxis jedoch Schule, werden so dutzende Hektar unversiegelter Fläche aus Kostengründen geopfert werden. Das können wir uns in Zeiten des Klimawandels einfach nicht erlauben.

 

Bei den Überplanungen der Straßen sollte auch immer berücksichtigt werden, wie viele Grünflächen geschaffen bzw. erhalten werden können. Sollten Flächen entsiegelt werden können, muss dem zuständigen Bezirksamt entsprechend mehr Geld für die Unterhaltung dieser Grünflächen zur Verfügung gestellt werden.

 

Andernfalls führt eine Entsiegelung bei den Bezirksämtern zu einer Verringerung der Mittel pro qm. Um zu verhindern, dass die Bezirke mehr Flächen versiegeln als erforderlich ist, sollten bei Überschreitung der Mindestmaße immer die regionalen politischen Gremien aktiv beteiligt werden.

 

Übrigens ist in Hamburg der Anteil der versiegelten Flächen von 36 (im Jahr 1999) auf 39 Prozent (im Jahr 2017) gestiegen (Drs. 22/346).

 

Einen Antrag der CDU für ein Entsiegelungsprogramm hat Rot-Grün jedoch abgelehnt.