Hamburg macht beim Umgang mit Stadttauben einen konkreten Schritt: Die Stadt hat die Lieferung und Aufstellung von insgesamt sechs Taubenschlägen ausgeschrieben. Jeweils drei sollen in Altona und Hamburg-Mitte entstehen. Die Angebotsfrist läuft bis zum 7. Oktober 2026.
Hinter der Ausschreibung steht die Freie und Hansestadt Hamburg, vertreten durch das Beschaffungs- und Vergabecenter des Bezirksamtes Altona. Gesucht wird ein Unternehmen, das die sechs Anlagen liefert, ausbaut, transportiert und an den vorgesehenen Standorten aufstellt.
Interessant ist dabei die technische Umsetzung: Nach den veröffentlichten Vergabeinformationen sollen die Taubenschläge auf 20-Fuß-Seecontainern basieren. Insgesamt werden demnach neun Container benötigt – sechs für die eigentlichen Taubenschläge und drei weitere als Unterbau. Die Container sollen unter anderem gedämmt und entsprechend für ihre neue Nutzung ausgebaut werden.
Sechs Standorte sind vorgesehen
Auch die geplanten Standorte werden in den Vergabeinformationen bereits genannt. Drei Taubenschläge sind für Altona vorgesehen: an der Präsident-Krahn-Straße, am APCOA-Parkhaus Altona und an der Schillerstraße.
In Hamburg-Mitte sind Standorte am Heidi-Kabel-Platz, am Steintorplatz und an der Stralsunder Straße vorgesehen. Damit konzentriert sich das Projekt insbesondere auf Bereiche rund um den Hauptbahnhof und den Bahnhof Altona, in denen Stadttauben zum alltäglichen Stadtbild gehören.
Die Umsetzung soll nach den veröffentlichten Vergabeinformationen im vierten Quartal 2026 erfolgen. Als maximale Lieferzeit werden acht Wochen ab Auftragseingang genannt.
Drei Jahre Pilotphase
Bei den Taubenschlägen geht es nicht nur darum, den Tieren einen Aufenthaltsort anzubieten. Die Anlagen sind Teil einer dreijährigen Pilotphase, mit der ein betreuter Umgang mit Stadttauben erprobt werden soll. Ziel ist eine tierschutzgerechte Regulierung der Taubenpopulation und zugleich eine Verbesserung der Sauberkeit im öffentlichen Raum.
Das Prinzip betreuter Taubenschläge besteht darin, Tauben gezielt an feste Orte zu binden. Dadurch können Versorgung und Betreuung der Tiere besser organisiert und Verschmutzungen stärker auf bestimmte Bereiche konzentriert werden.
Für Hamburg wird nun entscheidend sein, welche Erfahrungen an den sechs Standorten gesammelt werden. Insbesondere wird sich zeigen müssen, ob die Anlagen angenommen werden und ob sich dadurch die Situation im Umfeld tatsächlich verbessert.
Was bedeutet das für andere Stadtteile?
Spannend ist das Projekt auch mit Blick auf andere Hamburger Stadtteile. Denn Probleme mit Tauben, Verschmutzungen und Fütterungen gibt es nicht nur rund um Hauptbahnhof und Bahnhof Altona.
Sollte sich das Modell bewähren, stellt sich deshalb perspektivisch die Frage, ob betreute Taubenschläge auch an weiteren problematischen Standorten in Hamburg sinnvoll sein könnten.
Zunächst startet Hamburg jedoch mit sechs Anlagen in Altona und Hamburg-Mitte. Die Ausschreibung wurde am 22. September 2026 veröffentlicht, Angebote können noch bis zum 7. Oktober 2026 eingereicht werden.
Quelle: Ausschreibung „Lieferung und Aufstellung von Taubenschlägen für die Bezirksämter Altona und Hamburg-Mitte“, Freie und Hansestadt Hamburg / Beschaffungs- und Vergabecenter Bezirksamt Altona, September 2026.

