Hamburgs Grün steckt in einer gefährlichen Abwärtsspirale – und das ausgerechnet in einer Zeit, in der Inflation, Energie, Personal und Bauleistungen so teuer sind wie nie. Während die Stadt überall Gebühren erhöht, bleibt die Finanzierung der Grünpflege nicht nur stehen, sondern ist in Summe teilweise sogar niedriger als vor fünf Jahren.
Ein Blick in die offiziellen Zahlen zeigt ein alarmierendes Bild: Die Bezirke erhalten seit 2019 nahezu unveränderte Mittel – trotz wachsender Flächen, höherer Pflegekosten und zusätzlicher Aufgaben bei Spielplätzen, Parks und Bäumen. Und: Die Gesamtsumme der Rahmenzuweisungen lag über Jahre sogar unter dem Niveau von 2020. Erst 2025 wurde sie leicht angehoben – viel zu spät und viel zu wenig.
Gesamtsumme der Rahmenzuweisungen pro Jahr (alle Bezirke zusammen)
(gerundet, aus den Zahlen der offiziellen Anlage)
- 2019: ca. 13,1 Mio. €
- 2020: ca. 13,1 Mio. €
- 2021: ca. 12,5 Mio. €
- 2022: ca. 12,5 Mio. €
- 2023: ca. 12,5 Mio. €
- 2024: ca. 12,5 Mio. €
- 2025: ca. 12,5 Mio. €
Damit steht fest: Über fünf Jahre hinweg lagen die Mittel durchgehend unter dem Ausgangsjahr 2020. Gleichzeitig sind die Kosten für Personal, Pflege, Material, Maschinen, Spielplatzunterhalt und Baumkontrollen explodiert.
Die Konsequenzen sind drastisch: Die Bezirke schlagen Alarm und sprechen offen aus, was viele nicht wahrhaben wollen:
- Spielplätze müssen zurückgebaut werden.
- Bänke und Pflanzenflächen werden abgebaut, weil die Pflege nicht mehr finanzierbar ist.
- Die Qualität der Parks sinkt sichtbar.
- Bezirksamtsleiterin Bettina Schomburg warnt öffentlich vor Schließungen.
Und die Umweltbehörde?
Die zentrale Lösung – das neue „Erhaltungsmanagement Grün“, das die Mittelverteilung gerechter und bedarfsgerechter machen sollte – wird erneut verschoben, diesmal auf den 1. Januar 2027. Doch was wie ein Startdatum klingt, ist in Wahrheit eine Mogelpackung:
- Die Haushaltsberatungen für 2027 und 2028 sind dann bereits abgeschlossen.
- Das bedeutet: Selbst wenn das System 2027 formal eingeführt wird, kann es finanziell erst ab 2029 überhaupt wirksam werden.
Nicht zwei zusätzliche Jahre Stillstand – real sind es vier Jahre, bevor überhaupt Geld in den Bezirken ankommt.
Ein politisches Paradox
Während Hamburg sich klimafreundlich inszeniert, vertrocknet das Grün vor der eigenen Haustür. Während die Verwaltung von Bürgerinnen und Bürgern mehr Engagement fordert, kürzt die Stadt bei den Grünflächen, die alle nutzen. Während alles teurer wird, bekommen die Bezirke weniger als 2020 – und sollen damit mehr leisten als je zuvor.
Hamburg verspielt seine grüne Zukunft – nicht aus Not, sondern weil die Prioritäten falsch gesetzt sind.
Quelle: Drucksache 23/2195
weiter Informationen: https://www.sandrokappe.de/umweltbehoerde-verspricht-mehr-geld-fuer-gruenpflege-doch-im-haushalt-2026-2027-soll-gekuerzt-werden-bezirke-schlagen-alarm/
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