Hamburg muss in den kommenden Jahren mit geringeren Steuereinnahmen rechnen als bisher erwartet. Das geht aus der aktuellen Mai-Steuerschätzung 2026 hervor, die der Senat vorgestellt hat.
Im Vergleich zur Herbst-Steuerschätzung 2025 wurden die Einnahmeerwartungen für Hamburg insgesamt um rund 1,43 Milliarden Euro nach unten korrigiert. Für die einzelnen Jahre werden Mindereinnahmen von 125 Millionen Euro im Jahr 2026, 290 Millionen Euro im Jahr 2027, 293 Millionen Euro im Jahr 2028, 333 Millionen Euro im Jahr 2029 sowie 384 Millionen Euro im Jahr 2030 erwartet.
Ein wesentlicher Teil dieser Entwicklung hängt mit dem Länderfinanzausgleich zusammen. Rund zwei Drittel der gesamten Abweichung entstehen durch höhere Zahlungen Hamburgs in dieses System. Hintergrund ist die im Ländervergleich gestiegene Finanzkraft Hamburgs. Dadurch steigen die Hamburger Beiträge zum Länderfinanzausgleich über den gesamten Prognosezeitraum um insgesamt 935 Millionen Euro.
Darüber hinaus wirken sich neue Steuerrechtsänderungen auf die Einnahmesituation aus. Nach Angaben der Finanzbehörde führt allein das Steueränderungsgesetz 2025 über den gesamten Zeitraum zu zusätzlichen Mindereinnahmen von rund 400 Millionen Euro für Hamburg.
Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spielen eine Rolle. Die gegenüber früheren Prognosen schwächeren Konjunkturerwartungen wirken sich insbesondere auf gewinnabhängige Steuern aus. Betroffen sind unter anderem die veranlagte Einkommensteuer sowie die Körperschaftsteuer.
Der Senat verweist zudem auf zusätzliche finanzielle Belastungen. Genannt werden steigende gesetzliche Leistungen mit Rechtsanspruch sowie eine geringere finanzielle Beteiligung des Bundes an Flüchtlingskosten.
Die Steuerschätzung basiert auf dem geltenden Steuerrecht und stellt eine Prognose auf Grundlage aktueller Erkenntnisse dar. Wie bei allen langfristigen Schätzungen sind Abweichungen möglich. Sowohl höhere als auch niedrigere tatsächliche Steuereinnahmen können in den kommenden Jahren eintreten.

