Hamburg hat die höchsten Strompreise Deutschlands. Laut einer aktuellen Auswertung des Vergleichsportals Verivox zahlen Drei-Personen-Haushalte hier im Schnitt 1.423 Euro pro Jahr – mehr als in jeder anderen Region der Republik. Zum Vergleich: In Bremen liegt der Durchschnitt bei 1.094 Euro, in Sachsen bei 1.100 Euro.
Das Argument, die hohen Netzentgelte seien auf den Ausbau der Stromnetze zurückzuführen, überzeugt nur bedingt. Gerade Stadtstaaten wie Hamburg müssten aufgrund der geringen Fläche eigentlich deutlich günstigere Bedingungen haben: kürzere Leitungswege, kompaktere Infrastruktur, weniger ländliche Verteilung. Stattdessen zahlt Hamburgs Bevölkerung Spitzenpreise – ohne erkennbaren Mehrwert.
Während Flächenländer wie Niedersachsen oder Bayern riesige Distanzen überwinden und gleichzeitig niedrigere Netzentgelte haben, steigen in Hamburg die Kosten Jahr für Jahr. Der Grund: Fehlende Steuerung und Kontrolle durch den rot-grünen Senat.
Die städtische Netzgesellschaft „Hamburger Energienetze“ investiert zwar kräftig, doch die Frage bleibt: Werden diese Investitionen effizient geplant? Oder nutzt man den Ausbau von Elektroauto- und Wärmepumpen-Infrastruktur als Begründung für steigende Entgelte – auf Kosten der Verbraucher?
Hamburg rühmt sich als „Vorbild für die Energiewende“. Doch Fakt ist: Die Bürgerinnen und Bürger zahlen hier den höchsten Preis für Strom in Deutschland. Ein Stadtstaat mit kürzeren Wegen, dichter Bebauung und hoher Wirtschaftskraft sollte in der Lage sein, bezahlbare Energie bereitzustellen. Stattdessen zeigt sich erneut: Der Senat hat die Kostenentwicklung im Energiesektor nicht im Griff.

