In Steilshoop gibt es die sogenannte „Hunger-AG“, offiziell „Arbeitsgemeinschaft Hunger, Armut und Ernährungslage in Steilshoop“. Sie entstand, weil immer mehr Kinder im Stadtteil zu Hause keine regelmäßigen Mahlzeiten mehr erhalten. Traurig, dass sowas in Hamburg nötig ist.
Steilshoop ist ein Stadtteil, in dem viele Menschen mit sehr wenig Geld leben. Hier zeigt sich besonders deutlich, was Armut bedeutet – und was passiert, wenn die Politik versagt. Immer häufiger berichten Lehrkräfte und Sozialarbeiterinnen, dass Kinder hungrig zur Schule kommen, ohne Frühstück, teilweise sogar ohne Schuhe oder passende Kleidung.
An der „Hunger-AG“ beteiligen sich unter anderem die Schule Appelhoff und die Schule am See. Gemeinsam mit Einrichtungen der Jugend- und Familienhilfe, Kitas sowie der Martin-Luther-King-Kirchengemeinde versuchen sie, das Schlimmste abzufedern. In der Arbeitsgemeinschaft findet ein regelmäßiger Austausch über die alarmierende Entwicklung statt – und es werden Wege gesucht, wie man den Kindern wenigstens ein warmes Essen oder ein Stück Obst anbieten kann.
Die Schulen tun, was sie können: Sie bieten kostenlose Frühstücksangebote, Snackaktionen und schulische Mittagessen an – oft finanziert oder unterstützt von Partnern aus dem Stadtteil. Ziel der Hunger-AG ist es, Familien nicht allein zu lassen: durch gemeinsame Koch- und Essensaktionen, Aufklärung über günstige, gesunde Ernährung und Hinweise auf Unterstützungsmöglichkeiten wie die Tafel oder Sozialrabatte. Doch all das kann nur das auffangen, was der Staat liegen lässt.
Viele Eltern aus Steilshoop haben mich in den letzten Wochen angesprochen. Sie erzählen von Hunger im Klassenzimmer, von Mitschülern, die kaum etwas zu essen dabeihaben, von Kindern, die sich für ihre Armut schämen. Der Senat weiß von dieser Situation – und schaut einfach zu. Es sind wieder die Menschen vor Ort, die mit Herz, Engagement und Eigeninitiative versuchen, zu helfen. Schulen, Kitas, Kirchengemeinden – sie springen ein, wo der Hamburger Senat versagt.
Das ist ein Trauerspiel für diesen Senat. In Hamburg hungern Kinder – und es braucht engagierte Lehrkräfte und Ehrenamtliche, damit sie überhaupt etwas zu essen bekommen. Wer das zulässt, hat jedes Maß an sozialer Verantwortung verloren. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass wir diese Kinder nicht verlieren und müssen diese gezielt unterstützen.
Quelle: 23-01786

