Seit Jahren beschäftige ich mich mit einem Müllsammler vor dem Recyclinghof am Schwarzen Weg in Steilshoop. Dort werden immer wieder Menschen angesprochen, die ihre ausrangierten Elektrogeräte eigentlich ordnungsgemäß auf dem Recyclinghof abgeben wollen. Geräte werden übernommen und damit dem geregelten Recyclingkreislauf entzogen.
Das Problem ist den zuständigen Stellen seit Langem bekannt. Nachdem ich den Senat eingeschaltet hatte, gab es zunächst auch Konsequenzen: Dem Händler wurde das gegenüberliegende Lager gekündigt. Zudem wurde die Nutzung von Parkplätzen als Verkaufs- und Sammelstelle unterbunden.
Doch gelöst wurde das Problem damit nicht. Stattdessen verlagerte sich die Tätigkeit auf den öffentlichen Raum. Der Sammler steht weiterhin immer wieder auf dem Gehweg beziehungsweise an der Straße unmittelbar vor dem Recyclinghof.
Bereits im Juli 2025 hatte ich deshalb erneut nachgehakt. Die Behörden kündigten daraufhin weitere Kontrollen an. Eigentlich sollte damit sichergestellt werden, dass die unzulässige Nutzung des öffentlichen Grundes beendet wird.
Mehr als ein Jahr später zeigt sich jedoch: Der Sammler ist weiterhin vor Ort.
Besonders unverständlich ist für mich, warum hier offenbar kein funktionierender Meldeweg besteht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Recyclinghofs bekommen schließlich unmittelbar mit, wenn vor ihrer Einfahrt wieder Elektrogeräte eingesammelt werden. Warum wird dann nicht konsequent die zuständige Stelle informiert, damit diese zeitnah kontrollieren und gegebenenfalls einschreiten kann? Es kann nicht die Lösung sein, dass erst Bürger oder Abgeordnete immer wieder auf dasselbe Problem aufmerksam machen müssen.
Dabei geht es nicht nur um die Nutzung des öffentlichen Raums. Es geht auch um Umweltschutz und funktionierendes Recycling. Elektroaltgeräte enthalten wertvolle Rohstoffe, teilweise aber auch problematische Stoffe. Auf dem Recyclinghof werden sie kontrollierten Entsorgungs- und Verwertungswegen zugeführt.
Werden solche Geräte dagegen außerhalb der vorgesehenen Strukturen eingesammelt und weiterverkauft oder exportiert, besteht die Gefahr, dass sie am Ende unter schlechten Umwelt- und Arbeitsbedingungen zerlegt oder entsorgt werden. Genau solche Wege sollen unsere geregelten Recyclingstrukturen verhindern.
Wer seinen Elektroschrott zum Recyclinghof bringt, sollte sicher sein können, dass dieser dort ankommt und fachgerecht verwertet wird.
Ich werde den Senat deshalb erneut mit dem Fall konfrontieren. Ich möchte wissen, wie häufig seit der letzten Zusage tatsächlich kontrolliert wurde, welche Verstöße festgestellt wurden, warum die Sammlung auf öffentlichem Grund bislang nicht dauerhaft unterbunden werden konnte und welche Meldewege zwischen Recyclinghof und zuständigen Behörden bestehen.
Ankündigungen allein reichen nicht. Wenn Regeln gelten, müssen sie auch konsequent durchgesetzt werden. Nach Jahren der Beschwerden erwarte ich hier endlich eine dauerhafte Lösung.
Artikel vom 6. Juli 2025 dazu:
Illegale Müllsammlung vor dem Wertstoffhof Steilshoop: Behörden kündigen erneute Kontrollen an

