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Interview mit dem Hamburg Journal – Klimastraße: Gute Idee – aber wer bezahlt die Umsetzung?

Am 18. Februar habe ich dem NDR Hamburg Journal ein Statement zur sogenannten „Klimastraße“ gegeben. Hinter dem Begriff steckt ein sinnvoller Ansatz: Straßen sollen künftig nicht nur saniert werden, sondern gleichzeitig klimaangepasst gestaltet werden – mit neuen Bäumen, besserer Wasserspeicherung und durchdachter Bewässerung.

Das Ziel ist richtig. Wenn wir Straßen ohnehin anfassen, sollten wir sie gleich widerstandsfähiger gegen Hitze und Starkregen machen. Mehr Grün, bessere Versickerung und nachhaltige Bewässerung helfen der Stadt langfristig.

Doch bei aller Zustimmung zur Idee bleibt eine zentrale Frage offen: die Finanzierung.

Für das Konzept „Klimastraße“ hat die Umweltbehörde über 300.000 Euro ausgegeben. Das Problem: Die Inhalte sind nicht neu. Vieles davon wurde bereits im Rahmen des Schwammstadt-Prinzips diskutiert. Es handelt sich also weniger um eine Innovation, sondern vielmehr um eine Zusammenstellung bekannter Ansätze.

Neu – und bislang unbeantwortet – ist hingegen die Frage, wie die Umsetzung finanziert werden soll.

Schon heute stehen die Bezirke massiv unter Druck. Die Bezirksamtsleitung in Hamburg-Nord hat mitgeteilt, dass die vorhandenen Mittel für Grünflächen nicht ausreichen. Die Konsequenzen sind konkret und spürbar: Kleine Brunnen und kleine Spielplätze stehen zur Disposition. Straßenbäume können nicht mehr nachgepflanzt werden.

Mit anderen Worten: Bereits jetzt fehlt das Geld für den Erhalt bestehender Infrastruktur. Gleichzeitig sollen neue Flächen entsiegelt, Bäume gepflanzt und Bewässerungssysteme aufgebaut werden – ohne dass eine nachhaltige Finanzierung benannt wird.

Das ist der entscheidende Widerspruch. Die über 300.000 Euro für ein Konzept hätten aus meiner Sicht auch direkt in konkrete Maßnahmen fließen können – etwa in die Nachpflanzung von Straßenbäumen. Denn was Hamburg aktuell fehlt, sind nicht weitere Ideen, sondern Umsetzungskraft.

Die Klimastraße ist eine sinnvolle Maßnahme. Aber sie darf kein weiteres Papierprojekt bleiben. Jetzt braucht es Klarheit über die Finanzierung und den politischen Willen, ins Handeln zu kommen.

Wir hoffen, dass die zuständige Behörde aufhört, immer neue Konzepte oder „Ideen“ zu präsentieren – und stattdessen endlich beginnt, bestehende Maßnahmen umzusetzen. Denn am Ende hilft dem Stadtklima nicht die Ankündigung, sondern der gepflanzte Baum.

Den Beitrag finden Sie unter folgendem Link:

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/billstedt-schiffbeker-weg-koennte-zur-klimastrasse-werden,hamj-8138.html