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Jedes fünfte Kind in Farmsen-Berne kann nicht schwimmen – und dann verschwindet auch noch das Lehrschwimmbecken

Schwimmen ist für Kinder keine Freizeitbeschäftigung, sondern elementare Sicherheit. Umso ernüchternder ist der Blick auf die aktuellen Schwimmzahlen in Farmsen-Berne zum Ende des Schuljahres 2024/25. Sie zeigen: Die Lage ist ernst – und wird politisch weiter verschärft.

In Farmsen-Berne erreichen nur 56 Prozent der Kinder das Jugendschwimmabzeichen Bronze oder besser. Die politische Zielvorgabe liegt bei 71 Prozent. Damit wird das Ziel deutlich verfehlt. Fast jedes zweite Kind verlässt die Grundschule ohne die Schwimmfähigkeit, die eigentlich als Mindeststandard gilt.

Besonders alarmierend ist der Anteil der Kinder ohne jegliches Schwimmabzeichen: 21 Prozent. Das bedeutet, jedes fünfte Kind in Farmsen-Berne kann nicht schwimmen. Kein Seepferdchen, kein Bronze – nichts. In einer Stadt wie Hamburg ist das kein abstraktes Bildungsdefizit, sondern ein handfestes Sicherheitsrisiko.

Diese Zahlen entstehen nicht zufällig. Sie sind Ausdruck eines Systems, das an seine Grenzen stößt: zu wenig Wasserzeiten, zu wenige Becken, zu wenig Verlässlichkeit im Schwimmunterricht. Und genau in dieser Situation trifft die Stadt eine Entscheidung, die kaum nachvollziehbar ist.

Das Lehrschwimmbecken in Farmsen wird für rund 1,5 Jahre geschlossen – ohne vollwertigen Ersatz.
Mitten in einer Schwimmkrise.
Mitten in einem Stadtteil, der seine Zielvorgaben bereits klar verfehlt.

Die Konsequenzen liegen auf der Hand: Weniger Wasserflächen bedeuten weniger Unterricht, weniger Kurse und längere Wartelisten – nicht nur für Farmsen-Berne selbst, sondern auch für angrenzende Stadtteile. Wer ernsthaft bessere Schwimmquoten will, kann es sich nicht leisten, funktionierende Infrastruktur über so lange Zeit aus dem System zu nehmen.

Statt gezielt gegenzusteuern, wird die Situation weiter verschärft. Die Leidtragenden sind nicht Statistiken, sondern Kinder, die ohne ausreichende Schwimmfähigkeit aufwachsen – obwohl die Risiken bekannt sind und die Ziele längst beschlossen wurden.

Das Fazit ist klar:
In Farmsen-Berne wurde zu wenig getan – und mit der Schließung des Lehrschwimmbeckens wird es jetzt noch schlimmer.
Wenn jedes fünfte Kind nicht schwimmen kann, darf man Infrastruktur nicht abbauen, sondern müsste sie ausbauen.

Alles andere ist verantwortungslos.

Zu den erworbenen Schwimmabzeichen in  Farmsen-Berne zu Ende des Schuljahres 2024/25 (Einschulungsjahrgang 2021) siehe die nachfolgende Übersicht:

* Gemäß Drs. 20/8276 sollen mindestens 95 Prozent der Schülerinnen und Schüler die schwimmvorbereitende Prüfung „Seepferdchen“ absolviert haben, von diesen sollen mindestens 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Bedingungen des Jugendschwimmabzeichens „Bronze“ erfüllen. Das sind 66,5 % bezogen auf die absolute Anzahl an Bronzeabzeichen.