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Jedes siebte Kind in Bramfeld kann nicht schwimmen – und Hamburg verschärft das Problem noch

Schwimmen ist für Kinder keine Freizeitfrage, sondern eine Frage der Sicherheit. Umso alarmierender sind die aktuellen Zahlen aus Bramfeld zum Ende des Schuljahres 2024/25. Sie zeigen: Auch hier reicht das Engagement bei weitem nicht aus.

In Bramfeld erreichen nur 62 Prozent der Kinder das Jugendschwimmabzeichen Bronze oder besser. Die politisch beschlossene Zielmarke liegt bei 73 Prozent. Das Ziel wird damit klar verfehlt. Mehr als ein Drittel der Kinder verlässt die Grundschule ohne die Schwimmfähigkeit, die eigentlich als Mindeststandard gilt.

Noch gravierender: 15 Prozent der Kinder in Bramfeld haben überhaupt kein Schwimmabzeichen. Jedes siebte Kind kann also nicht schwimmen. In einer wasserreichen Stadt wie Hamburg ist das kein theoretisches Problem, sondern ein reales Risiko.

Diese Zahlen sind kein Naturgesetz. Sie sind das Ergebnis von zu wenig Wasserzeiten, zu wenig Verlässlichkeit und zu wenig Konsequenz bei der Umsetzung eigener Beschlüsse. Wenn man sich anschaut, wie lange Schwimmunterricht ausfällt, verschoben wird oder nur eingeschränkt stattfinden kann, überrascht das Ergebnis leider kaum.

Besonders unverständlich wird die Situation vor diesem Hintergrund durch eine aktuelle Entscheidung der Stadt: Das Lehrschwimmbecken in Farmsen fällt für rund 1,5 Jahre weg – ohne gleichwertigen Ersatz. Ausgerechnet in einer Phase, in der die Schwimmquoten bereits zu niedrig sind, wird eine zentrale Infrastruktur stillgelegt.

Die Folgen sind absehbar. Weniger Wasserflächen bedeuten weniger Unterricht, weniger Kurse und noch mehr Konkurrenz um knappe Zeiten – auch für Schulen aus Bramfeld. Wer ernsthaft bessere Schwimmquoten will, kann es sich schlicht nicht leisten, funktionierende Lehrschwimmbecken über so lange Zeit aus dem System zu nehmen.

Statt gegenzusteuern, wird das Problem damit weiter verschärft. Die Leidtragenden sind nicht abstrakte Prozentwerte, sondern Kinder, die ohne ausreichende Schwimmfähigkeit aufwachsen – obwohl man es besser weiß und es politisch längst anders beschlossen wurde.

Das Fazit fällt ernüchternd aus:
Bramfeld steht besser da als andere Stadtteile, aber deutlich schlechter, als es nötig wäre.
Und mit jeder Schwimmfläche, die wegfällt, wächst die Lücke weiter.

Wenn jedes siebte Kind nicht schwimmen kann, ist das kein Randthema.
Dann ist das ein klarer Handlungsauftrag – und zwar jetzt, nicht in anderthalb Jahren. 

Zu den erworbenen Schwimmabzeichen in Bramfeld,  zu Ende des Schuljahres 2024/25 (Einschulungsjahrgang 2021) siehe die nachfolgende Übersicht:

* Gemäß Drs. 20/8276 sollen mindestens 95 Prozent der Schülerinnen und Schüler die schwimmvorbereitende Prüfung „Seepferdchen“ absolviert haben, von diesen sollen mindestens 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Bedingungen des Jugendschwimmabzeichens „Bronze“ erfüllen. Das sind 66,5 % bezogen auf die absolute Anzahl an Bronzeabzeichen.

Drs. 23-02672