Steilshoop ist ein Stadtteil, der seit Jahren überdurchschnittlich belastet ist: fehlende ärztliche Versorgung, eingeschränkte Nahversorgung, marode Wege, soziale Herausforderungen und seit Monaten das Chaos rund um die U5-Baustelle. Ausgerechnet hier, an einer der meistgenutzten Haltestellen von Alt-Steilshoop, sollen die Menschen weiter im Regen stehen. Das kann doch wirklich nicht sein.
Der Senat erklärt, dass am Gustav-Seitz-Weg bauliche Einschränkungen – Wurzeln, Radwege, Nebenflächen – eine Errichtung eines Fahrgastunterstands verhindern würden. Doch viele Steilshooper erleben täglich, dass diese Haltestelle weit stärker genutzt wird als andere Standorte, die sehr wohl mit mobilen Unterständen ausgestattet wurden. Dass ausgerechnet hier weder ein fester noch ein mobiler Unterstand möglich sein soll, wirkt vorgeschoben und realitätsfern.
Die Kriterien, die ein Fahrgastunterstand erfüllen soll – hohe Fahrgastzahlen, soziale Bedeutung, Schutzbedürfnis – treffen hier besonders deutlich zu. Gerade ältere Menschen, Schüler und Pendler nutzen diesen Knotenpunkt jeden Tag. Die Botschaft lautet faktisch: Steilshoop muss warten – und im Regen stehen.
Wenn es auf öffentlichem Grund angeblich nicht möglich ist, dann muss endlich lösungsorientiert gearbeitet werden. Warum spricht niemand mit dem privaten Eigentümer THOR, um einen leicht versetzten Standort auf deren Grundstück zu prüfen? Andere Städte finden solche Lösungen längst, wenn es um stark frequentierte Haltestellen geht. In Steilshoop hingegen wird sofort abgewunken.
Ein Stadtteil, der ohnehin viel einstecken muss, darf nicht auch noch beim elementaren Schutz vor Wind und Wetter im Stich gelassen werden. Es wäre ein leichtes Zeichen von Respekt gegenüber den Menschen vor Ort, hier endlich zu handeln – pragmatisch, unbürokratisch und mit dem klaren Ziel, die Steilshooper nicht weiter im Regen stehen zu lassen.

