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Klimaneutral bis 2040? Fegebank forderte CCS – ein Jahr später fehlt jeder konkrete Plan

Hamburg soll spätestens 2040 klimaneutral werden. Doch ausgerechnet bei einer Schlüsseltechnologie zur Erreichung dieses Ziels herrscht weiter Stillstand. Das zeigt die Antwort des Senats auf eine CDU-Anfrage zu den Technologien Carbon Capture and Storage (CCS) sowie Carbon Capture and Utilization (CCU), mit denen CO₂ abgeschieden und gespeichert oder weiterverwendet werden kann.

Das Pikante: Bereits im August 2025 erklärte Umweltsenatorin Katharina Fegebank öffentlich, dass die Klimaziele ohne CCS nicht erreichbar seien. Damals warb sie ausdrücklich für den Einsatz dieser Technologie und bezeichnete sie als unverzichtbar. Damit machte sie selbst deutlich, dass CCS und CCU keine Randthemen, sondern zentrale Bausteine einer erfolgreichen Klimapolitik sind.

Ein Jahr später fällt die Bilanz jedoch ernüchternd aus. Der Senat kann weder sagen, welche Hamburger Anlagen überhaupt für CCS oder CCU infrage kommen, noch welche Investitions- und Betriebskosten entstehen oder wann konkrete Projekte umgesetzt werden sollen. Stattdessen verweist der Senat mehrfach auf eine noch in Erarbeitung befindliche Carbon-Management-Strategie. Belastbare Machbarkeitsstudien, konkrete Umsetzungspläne oder Zeitachsen fehlen weiterhin.

Lediglich ein Vorhaben wird genannt: Die Hamburg Port Authority bemüht sich um Bundesfördermittel, um die spätere Logistik für den Transport und die Zwischenlagerung abgeschiedenen CO₂ zu untersuchen. Dabei geht es jedoch nicht um die CO₂-Abscheidung selbst, sondern lediglich um den Transport.

Besonders bemerkenswert ist außerdem, dass dem Senat nach eigener Aussage keine verbindlichen Erkenntnisse über konkrete CCS- oder CCU-Projekte privater Anlagenbetreiber in Hamburg vorliegen.

Damit zeigt sich erneut ein grundlegendes Problem der Hamburger Klimapolitik. Die Grünen haben den Klimaentscheid unterstützt und versprechen Klimaneutralität bereits bis 2040. Gleichzeitig räumt die eigene Umweltsenatorin ein, dass dieses Ziel ohne CCS kaum erreichbar ist. Trotzdem befindet sich ausgerechnet dieses zentrale Instrument noch immer im Kindesalter. Weder gibt es einen konkreten Fahrplan noch belastbare Machbarkeitsstudien oder Projekte für den Einsatz an Hamburger Müllverbrennungsanlagen.

Das wirft erhebliche Zweifel an der Erreichbarkeit der Hamburger Klimaziele auf. Wer Klimaneutralität bis 2040 verspricht und gleichzeitig einräumt, dass dafür unverzichtbare Technologien erst entwickelt, geprüft und irgendwann später eingesetzt werden sollen, liefert keine belastbare Strategie. Anspruch und Wirklichkeit klaffen hier weit auseinander.

Hamburg braucht deshalb endlich konkrete Entscheidungen statt weiterer Strategiepapiere. Andernfalls bleibt das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 ein politisches Versprechen, dem die notwendige Umsetzung fehlt.