Hamburgs Senat fordert von Wirtschaft und Bürgern enorme Anstrengungen für das Ziel der Klimaneutralität 2040. Doch ausgerechnet die öffentlichen Unternehmen, die eine zentrale Vorbildfunktion tragen, offenbaren gravierende Lücken im Klimamanagement des Senats.
Die Liste der betroffenen städtischen Betriebe ist lang – Hochbahn, Hamburg Wasser, SAGA, Flughafen, Stadtreinigung, GMH, Bäderland, UKE, HPA und viele weitere. Diese Unternehmen betreiben Energie- und Verkehrssysteme, bewirtschaften riesige Gebäudeflächen und verursachen erhebliche Emissionen. Gerade sie müssten die Speerspitze der Klimapolitik Hamburgs sein.
Doch statt eines klaren, transparenten Monitorings gibt es Flickwerk:
- Nicht alle öffentlichen Unternehmen müssen eine Klimabilanz vorlegen.
- Die bestehenden Bilanzen sind nicht öffentlich einsehbar – der Senat verweist auf interne Software statt Transparenz.
- Ein einheitlicher Standard gilt nur teilweise, Vergleichbarkeit ist kaum möglich.
- Erst ab 2026 will der Senat prüfen, ob weitere Unternehmen überhaupt einbezogen werden sollen.
Das Ergebnis: Hamburg verlangt von der Wirtschaft Transparenz, Berechenbarkeit und Investitionen – lebt diese Anforderungen aber im eigenen Verantwortungsbereich nicht vor.
Städtische Unternehmen könnten zeigen, dass Klimasteuerung funktioniert. Sie könnten beweisen, dass Reduktion messbar und nachvollziehbar ist. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass der Senat seine eigenen Betriebe weder konsequent überwacht noch bereit ist, deren Klimaleistung offen zu legen.
Wer Klimaneutralität 2040 fordert, muss zuerst im eigenen Haus Ordnung schaffen. Ohne vollständige Bilanzierung der städtischen Unternehmen bleibt das große Klimaversprechen unglaubwürdig.

