Rot-grüner Klimaplan in Hamburg: Keine Solar-Ausbauziele, keine Stromverbrauch-Prognosen

Auch mit der zweiten Fortschreibung des Hamburger Klimaplans (2019) ist es nebulös, wie der Senat die CO2-Einsparungen erreichen will. Während der Stadtstaat Berlin einen „Masterplan Solarcity“ verfolgt, gibt es bei Rot-Grün keine handfesten Erzeugungsquoten oder Leistungszahlen für die künftig anvisierte Erzeugung der einzelnen (regenerativen) Energieträger.

 

Das habe ich mit der Kleinen Anfrage 22/5665 beim Senat erfragt.

Berlin hat vor, bis 2050 einen Anteil von 25 Prozent des Stromverbrauchs mit Solarenergie zu decken. Dass bis 2050 technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Neuerungen zu erwarten sind und dieses Ziel daher sicher nicht in Stein gemeißelt ist, sollte klar sein.

 

Doch nur festgeschriebene Ziele können auch verfolgt und erreicht werden. Deswegen ist ein Ausbauziel der Solarenergie und der weiteren regenerativen Energien auch in Hamburg wichtig.

 

Bis 2050 soll die Stadt Hamburg weitestgehend klimaneutral sein, das heißt, nur noch unvermeidbare klimawirksame Gase ausstoßen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird das Ziel sogar auf höchstens 2045 angepasst.

 

In der Anfrage schreibt der Senat selbst, dass künftig möglichst auch auf jedem öffentlichen Dach eine Solaranlage installiert sein soll. Bisher aber dauern Prüfungen an. Es geht nur äußerst langsam voran. Dabei ist die Stadt ein wichtiges Vorbild für die privaten Gebäudebesitzer, bei denen in Hamburg ebenfalls kein Solarboom zu vermerken ist.

 

Dennoch gibt es laut Senat keine Ziele für die einzelnen Stromquellen. Diese könnten erst in der nächsten Fortschreibung des Klimaplans geprüft werden. Man stelle sich vor, dass in den nächsten Jahren einfach viel mehr Biomasse in Strom und Wärme umgewandelt wird, Hauptsache erneuerbar. Das würde natürlich bedeuten, dass wir große Flächen wertvolles Ackerland verbrauchen, die für die Lebensmittelproduktion dann ausfallen. Das kann niemand wollen.

 

Auch Prognosen zum Stromverbrauch aller Verbraucher der Hansestadt liegen dem Senat für die Zielzeiträume des Klimaplans nicht vor. Da von einem stark steigenden Stromverbrauch in den nächsten Jahrzehnten (z. B. durch Elektroautos und Umstellung der Industrie) zu rechnen ist, muss hier von Fahrlässigkeit gesprochen werden. Der Klimaplan muss detaillierter ausgearbeitet werden!

 

Die Stromerzeugung in Hamburg nach Energieträgern (neuere Zahlen liegen nicht vor) finden Sie hier:

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Kommentare: 1
  • #1

    R. Kulmand (Sonntag, 17 Oktober 2021 14:56)

    das muß selbst dem Einfachstdenkenden bei minimaler Kenntnis der Faktenlage klar sein: einen sog. "Klimakampf" mit Hilfe unsicherer Wind- und Solarenergieerzeugung (bei deutschem CO2-Anteil von 2 % weltweit gesehen!!!!!) gewinnen zu wollen, funktioniert nicht, schon gar nicht mit Hilfe von rückständiger E-Akku-Autotechnik; Ganz zu schweigen von den anderen enorm energieabhängigen Industrien. Man wird hier mittelfristig, wie bei neudeutscher Katastrophenplanung üblich, ohne Plan B, scheitern und echte Probleme bekommen.
    Das Schlimme ist: ahnungslose Mitläufer bestimmen diesen Weg.