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Klimapolitik im Blindflug: Hamburg scheitert schon heute an den eigenen Wärmepumpenzielen

Hamburgs Anspruch, bereits 2040 klimaneutral zu werden, wirkt zunehmend wie ein politisches Wunschkonzert, das mit der Realität wenig zu tun hat. Besonders deutlich zeigt sich das beim Blick auf die Wärmewende – einem der zentralen Bausteine jeder Klimastrategie.

Laut Klimaplan müssten bis 2030 rund 63.000 Wärmepumpen installiert sein, um überhaupt auf den Pfad einer Klimaneutralität 2045 zu gelangen. Doch nun soll dieses Ziel sogar auf 2040 vorgezogen werden – was zwangsläufig eine noch deutlich höhere Anzahl an Wärmepumpen erfordern würde.

Der aktuelle Stand? Ernüchternd.

Im Umweltausschuss erklärte die Umweltbehörde (BUKEA), man gehe „in den nächsten Jahren“ von nur 10.000 neuen Wärmepumpen pro Jahr aus. Rechnet man das bis 2030 hoch, bleiben 40.000 zusätzliche Anlagen – plus das, was bislang realisiert wurde. Doch selbst diese vorsichtige Schätzung liegt weit unter dem, was nötig wäre, um die ehrgeizigen Vorgaben zu erfüllen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Hamburg ist meilenweit von seinen Zielen entfernt

Die Förderzahlen der letzten Jahre zeigen ein Muster: viel Ankündigung, wenig Umsetzung. Hamburg reicht nicht nur hinter den eigenen Erwartungen zurück – der Abstand wächst.

BEG-Förderungen (bundesweit, hamburgbezogene Werte):

  • 2022: 2.346 bewilligte Anträge
  • 2023: 841 bewilligte Anträge
  • Jan–Jul 2024: 840 bewilligte Anträge

Hamburgische Programme (nicht nach Bezirken erfasst):

Jahr Anträge Bewilligungen
2020 52 39
2021 106 106
2022 434 368
2023 447 447
2024 315 277
2025 bis Q3 846 750

Auch hier wird klar: Selbst mit einem jüngsten Antragsanstieg bleibt Hamburg weit hinter dem zurück, was notwendig wäre, um die Wärmewende realistisch zu schaffen.

Die Bilanz ist eindeutig – und alarmierend

Wer 2040 klimaneutral werden will, muss nicht nur ambitionierte Ziele formulieren, sondern sie auch erreichbar machen. Hamburg jedoch bewegt sich in einem Tempo, das selbst das Erreichen der 2045-Ziele unrealistisch erscheinen lässt.

Die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit wächst – und mit ihr die Zweifel, ob der Senat überhaupt eine Vorstellung davon hat, wie die Wärmewende praktisch umgesetzt werden soll.

2040 rückt näher – aber Hamburg rückt nicht nach. Es ist höchste Zeit, die Realität zur Kenntnis zu nehmen, bevor Klimapolitik zur Glaubensfrage verkommt.

Quelle: Drucksache 23-02195