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Korken sammeln für den Kranichschutz

Wenn über die Feiertage und zum Jahreswechsel Sekt- und Weinflaschen geöffnet werden, landen Naturkorken häufig im Hausmüll. Dabei können sie einen Beitrag zum Natur- und Artenschutz leisten. Der NABU Hamburg ruft im Rahmen seiner sogenannten KORKampagne dazu auf, gebrauchte Naturkorken zu sammeln und an eine der inzwischen bundesweit rund 1.500 Sammelstellen abzugeben.

Die abgegebenen Korken werden nicht entsorgt, sondern zu ökologischem Dämmgranulat weiterverarbeitet. Die Erlöse aus dem Recycling fließen in Schutzprojekte für Kraniche entlang der Elbe sowie in deren Überwinterungsgebieten in Spanien. Informationen zur Kampagne und eine Übersicht der Sammelstellen sind unter www.KORKampagne.de abrufbar.

Nach Angaben des NABU Hamburg verbindet das Projekt Ressourcenschonung mit konkretem Naturschutz. Naturkork sei ein nachwachsender Rohstoff, dessen Wiederverwertung im Sinne einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft stehe. Die KORKampagne zeige, dass auch alltägliche Handlungen messbare Wirkung entfalten könnten.

Die gesammelten Korken werden in gemeinnützigen Werkstätten zu Dämmmaterial verarbeitet. Für jeden Korken zahlen die beteiligten Einrichtungen einen Beitrag für den Kranichschutz, der zu gleichen Teilen an den NABU Hamburg und die spanische Naturschutzorganisation SEO/BirdLife geht. In Deutschland werden die Mittel für den Erhalt der Kranichbrutplätze an der mittleren Elbe eingesetzt. Dort konnten die Bestände durch gezielte Biotoppflege und Artenschutzmaßnahmen stabilisiert werden.

In Spanien unterstützt SEO/BirdLife mit den Einnahmen den Kranichschutz in der Extremadura, einer traditionsreichen Kulturlandschaft im Südwesten des Landes. Die Region ist Überwinterungsgebiet für bis zu 100.000 nordosteuropäische Kraniche und zugleich Lebensraum der Korkeiche sowie zahlreicher seltener Tier- und Pflanzenarten. Die dortigen Korkeichenwälder stehen unter anderem durch intensive landwirtschaftliche Nutzung und Bauvorhaben unter Druck. Durch Naturschutz- und Öffentlichkeitsarbeit konnten jedoch große Flächen als europäische Vogelschutzgebiete ausgewiesen werden.

Die KORKampagne wurde im November 1994 vom NABU Hamburg gemeinsam mit dem Bezirksamt Hamburg-Nord ins Leben gerufen. Unterstützt von der Stadtreinigung Hamburg und weiteren Partnern startete das Projekt zunächst mit 60 Sammelstellen. Seitdem wurden nach Angaben des NABU mehr als 660 Tonnen Naturkorken gesammelt und an gemeinnützige Einrichtungen zur Weiterverarbeitung gegeben. Seit 2015 erfolgt das Recycling im gemeinnützigen Bürger-Service Trier im Rahmen des Projekts „King Kork“. Gesammelt werden ausschließlich Flaschenverschlüsse aus Naturkork.