Personalausweis beantragen, Reisepass verlängern oder den Wohnsitz ummelden: Für viele Menschen aus Bramfeld, Steilshoop und Farmsen-Berne ist das Kundenzentrum in der Herthastraße die naheliegende Adresse. Gerade ältere Menschen sind froh, wenn sie für solche alltäglichen Behördengänge nicht quer durch Hamburg fahren müssen.
Doch genau dieses wohnortnahe Angebot soll nun reduziert werden.
Das hat der Senat auf meine Schriftliche Kleine Anfrage mitgeteilt. Das Kundenzentrum in Bramfeld soll zwar erhalten bleiben, künftig aber nur noch mit zwei Mitarbeitenden besetzt werden. Gleichzeitig ist ausdrücklich ein „geringfügig reduziertes wöchentliches Terminangebot“ vorgesehen. Umgesetzt werden soll die Veränderung bereits in der ersten Jahreshälfte 2027.
Warum wird ausgerechnet bei unserem Kundenzentrum gekürzt?
Das ist für mich schwer nachvollziehbar.
Bramfeld, Steilshoop und Farmsen-Berne sind große Stadtteile. Hier leben viele ältere Menschen, für die kurze Wege besonders wichtig sind. Nicht jeder kann einfach online alles erledigen oder problemlos zu einem anderen Kundenzentrum fahren.
Das Kundenzentrum Bramfeld bietet bislang das komplette Angebot für Einwohnerangelegenheiten. Hier können sich Bürgerinnen und Bürger beispielsweise an- und ummelden sowie Personalausweise und Reisepässe beantragen. An diesem Angebot selbst soll sich nach Angaben des Senats zwar nichts ändern.
Aber was nützt das vollständige Angebot, wenn es dafür künftig weniger Termine gibt?
Für die Menschen zählt am Ende nicht, wie die Verwaltung intern organisiert ist. Entscheidend ist, ob sie zeitnah einen Termin in ihrer Nähe bekommen.
Wandsbek soll größer werden – Bramfeld bekommt weniger Termine
Hinzu kommt: Während das Terminangebot in Bramfeld reduziert werden soll, soll der Standort Wandsbek personell und räumlich erweitert werden. Für die Standorte Alstertal und Rahlstedt sind derzeit keine entsprechenden Veränderungen vorgesehen.
Das bedeutet: In Wandsbek soll ausgebaut werden, während Bramfeld weniger Termine bekommen soll.
Warum?
Warum sollen die Menschen aus Bramfeld, Steilshoop und Farmsen-Berne künftig ein kleineres wohnortnahes Angebot hinnehmen? Gerade bei älteren Menschen kann aus einem einfachen Behördentermin schnell eine erhebliche Belastung werden, wenn längere Wege und Umstiege hinzukommen.
Das Kundenzentrum gehört nach Bramfeld
Hintergrund der Veränderung ist eine Neuorganisation. Derzeit befindet sich in Bramfeld auch die Basis des Mobilen Teams Ost. Dieses Team ist für mobile Einsätze im gesamten Hamburger Stadtgebiet zuständig. Seine Basis soll künftig in die Kühnehöfe verlegt werden. Als Gründe nennt der Senat unter anderem modernere Büroräume, eine bessere Flächennutzung und eine Tiefgarage für das Dienstfahrzeug.
Über interne Organisationsentscheidungen kann man diskutieren. Aber sie dürfen nicht dazu führen, dass die Bürgerinnen und Bürger anschließend weniger Service vor ihrer Haustür bekommen.
Und noch ist die Entscheidung nicht endgültig: Das Anhörungsverfahren der Bezirksversammlungen wurde erst am 14. September 2026 eingeleitet. Nach dessen Abschluss soll die abschließende Entscheidung getroffen werden.
Deshalb muss jetzt deutlich werden, was diese Planungen für unseren Stadtteil bedeuten.
Das Kundenzentrum Bramfeld muss als leistungsfähiger Standort erhalten bleiben. Nicht nur auf dem Papier, sondern mit ausreichend Personal und ausreichend Terminen.
Bürgernahe Verwaltung heißt für mich: Die Verwaltung ist dort, wo die Menschen leben – und nicht die Menschen müssen der Verwaltung hinterherfahren.
Quelle: Schriftliche Kleine Anfrage des Abgeordneten Sandro Kappe (CDU) und Antwort des Senats, Drs. 23/5367 vom 22. September 2026.

