Mit der Schließung der Kita „Pusteblume“ im Dezember 2023 ging ein vertrauter Ort der frühkindlichen Betreuung in Steilshoop verloren. Ursprünglich war vorgesehen, die Immobilie nach einer umfassenden Sanierung erneut für eine Kindertagesstätte zu nutzen. Doch nun hat der große Hamburger Kita-Träger „Elbkinder“ mitgeteilt, dass er angesichts sinkender Kinderzahlen in Steilshoop keine neue Einrichtung in dem Gebäude plant.
Trotzdem bleibt die vorrangige Nutzung als Kindertagesstätte bindend: Der Bebauungsplan „Steilshoop 5“ schreibt vor, dass mindestens 51 Prozent der Fläche weiterhin für ein Kindertagesheim vorzuhalten sind. Zuständig für die Umsetzung ist die städtische Sprinkenhof GmbH, die sich mit der Vermarktung und Entwicklung städtischer Immobilien befasst.
Ein entsprechendes Interessenbekundungsverfahren läuft seit Ende April 2025. Dabei wurden 14 potenzielle Betreiber angeschrieben – entweder solche, die zuvor ihr Interesse bekundet hatten oder die Sprinkenhof als potenziell geeignet kennt. Zusätzlich ist das Objekt auch öffentlich auf der Website von Sprinkenhof ausgeschrieben.
Doch der Blick auf die Realität vor Ort zeigt: Während dringend Flächen für Ärztinnen und Ärzte gesucht werden – insbesondere nach den bekannten Problemen rund um den sogenannten Ärztetower am Einkaufszentrum – bleibt diese Immobilie ungenutzt. Obwohl es sich um ein städtisches Grundstück handelt, gelingt es dem rot-grünen Senat nicht, hier rasch eine tragfähige und bedarfsorientierte Lösung herbeizuführen.
Die weiteren Planungen bleiben vage. Die Nutzung soll sich laut Senat nach den eingereichten Vorschlägen der Mietinteressenten richten. Die laufende Planungs- und Bauantragsphase umfasst insbesondere Maßnahmen zur Herstellung der Barrierefreiheit. Mit einem Baubeginn ist laut Senat frühestens im zweiten Halbjahr 2026 zu rechnen – die Fertigstellung wird ein Jahr später erwartet.
Fazit:
Steilshoop braucht dringend wohnortnahe medizinische Versorgung – doch der Senat lässt eine geeignete städtische Immobilie jahrelang leer stehen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass weder die Dringlichkeit erkannt noch der politische Wille vorhanden ist, unbürokratisch Lösungen zu ermöglichen. Während Praxen um jeden Quadratmeter kämpfen, bleibt öffentliches Eigentum in der Warteschleife. Das ist weder sozial noch verantwortungsvoll.
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– Drucksache 23/849 –

