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Lehrschwimmbecken Farmsen: Kosten explodieren auf 21 Millionen Euro – Eröffnung erst 2027

Seit Anfang 2026 ist das Lehrschwimmbecken im Marie-Bautz-Weg geschlossen. Der Ersatzbau des Lehrschwimmbeckens in Farmsen im Hermelinweg entwickelt sich zunehmend zu einem teuren und langwierigen Großprojekt. Während ursprünglich einmal von rund sechs Millionen Euro Baukosten die Rede war, liegen die aktuellen Gesamtkosten inzwischen bei rund 21 Millionen Euro. Gleichzeitig verschiebt sich die Fertigstellung erneut – die Eröffnung wird nun erst zum Ende der Sommerferien 2027 erwartet.

Der Senat begründet die massive Kostensteigerung damit, dass sich das ursprüngliche Projekt verändert habe. Die früher genannten sechs Millionen Euro hätten sich auf ein Vorgängerprojekt bezogen, dessen Förderantrag zurückgezogen worden sei. Für das aktuelle Vorhaben sei 2022 ein neuer Antrag im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ gestellt worden.

Dennoch bleibt festzuhalten: Innerhalb weniger Jahre haben sich die Kosten faktisch mehr als verdreifacht.

Nach Angaben des Senats belaufen sich die aktuellen Gesamtkosten auf 20,729 Millionen Euro. Davon übernimmt der Bund lediglich 5,378 Millionen Euro. Den weitaus größeren Anteil in Höhe von 15,351 Millionen Euro trägt damit die Freie und Hansestadt Hamburg.

Als Ursachen für die Kostensteigerungen nennt der Senat unter anderem allgemeine Preissteigerungen im Bauwesen. Hinzu kämen zusätzliche Maßnahmen, die ursprünglich nicht Teil der Förderung gewesen seien. Dazu zählen insbesondere ein notwendiger Flächenankauf sowie die Herstellung einer Wegeverbindung zum Marie-Bautz-Quartier. Außerdem seien zusätzliche Kosten für ein „nachhaltiges Kosten- und Risikomanagement“ entstanden, das laut Senat zwar sinnvoll, aber vom Bund nicht förderfähig sei.

Damit zeigt sich erneut ein bekanntes Problem öffentlicher Bauprojekte: Die ursprünglich kommunizierten Summen haben mit den tatsächlichen Endkosten oft nur noch wenig zu tun. Für die Bürgerinnen und Bürger bleibt am Ende vor allem die Frage, warum Kostenentwicklungen dieser Größenordnung nicht frühzeitiger transparent gemacht werden.

Auch beim Zeitplan gibt es weitere Verzögerungen. Grundlage ist derzeit ein Bauzeitenplan aus April 2026. Demnach soll Ende Mai 2026 zunächst die Probebefüllung des Beckens erfolgen. Die Schließung des Daches ist für Anfang des vierten Quartals 2026 vorgesehen. Die eigentliche Eröffnung soll dann im dritten Quartal 2027 stattfinden. Ursprünglich war von Mitte 2027 die Rede.

Gerade für Schulen, Vereine und Kinder in Farmsen-Berne bedeutet dies weiterhin lange Wartezeiten. Lehrschwimmbecken sind für die Schwimmausbildung von zentraler Bedeutung. Angesichts steigender Zahlen von Kindern mit unsicheren Schwimmkenntnissen wiegt jede Verzögerung besonders schwer.

Dass sich die Kosten für das Lehrschwimmbecken von ursprünglich rund sechs Millionen Euro auf inzwischen über 20 Millionen Euro erhöht haben und die Fertigstellung erst 2027 erfolgen soll, ist ein schweres Versagen des Wandsbeker Bezirksamtsleiters Thomas Ritzenhoff. Er muss sich endlich stärker um die Probleme und Projekte vor Ort kümmern, statt zuzusehen, wie wichtige Vorhaben für Kinder, Schulen und Vereine immer teurer werden und sich jahrelang verzögern.  Somit gibt es vor Ort fast zwei Jahre lang keinen Ersatz für das geschlossene Lehrschwimmbecken.

– Drucksache 23/3970 –