Steilshoop steht möglicherweise vor einem weiteren schwerwiegenden Problem in der medizinischen Versorgung. Nach einem Bericht des Hamburger Abendblatts sieht der Kinderarzt Dr. Adnan Akbaba die Zukunft seiner Praxis gefährdet. Besonders brisant: Er ist der letzte niedergelassene Kinderarzt im Stadtteil.
Für die Familien in Steilshoop wäre ein Wegfall dieser Praxis ein herber Schlag. Bereits heute ist die Praxis stark ausgelastet und versorgt jedes Jahr tausende Kinder und Jugendliche. Viele Eltern sind darauf angewiesen, wohnortnah einen Kinderarzt erreichen zu können – sei es bei akuten Erkrankungen, Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen.
Sollte die Praxis tatsächlich schließen, müssten Familien auf Angebote in benachbarten Stadtteilen ausweichen. Das bedeutet längere Wege, zusätzliche Wartezeiten und eine weitere Belastung für ohnehin stark nachgefragte Praxen in Bramfeld, Barmbek oder Farmsen.
Die Entwicklung zeigt erneut, dass die Gesundheitsversorgung in Steilshoop auf äußerst wackeligen Beinen steht.
Seit Jahren wird darüber gesprochen, wie Ärzte für den Stadtteil gewonnen und gehalten werden können. Passiert ist jedoch zu wenig. Während in anderen Stadtteilen neue Gesundheitszentren entstehen, kämpfen die verbliebenen Ärzte in Steilshoop häufig mit schwierigen Rahmenbedingungen.
Der Senat muss deshalb endlich handeln und die Ansiedlung sowie den Erhalt von Arztpraxen in Stadtteilen wie Steilshoop zur Priorität machen. Dazu gehören geeignete Praxisflächen, Unterstützung bei Neuansiedlungen und eine gezielte Stadtteilpolitik, die medizinische Versorgung als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge versteht.
Denn eines ist klar: Ein Stadtteil mit mehr als 20.000 Einwohnern darf nicht riskieren, seinen letzten Kinderarzt zu verlieren. Die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen ist zu wichtig, um sie dem Zufall zu überlassen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, gemeinsam mit den Beteiligten Lösungen zu finden, bevor aus einer drohenden Gefahr eine tatsächliche Versorgungslücke wird.

