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Marie-Bautz-Weg: Ein Becken schließt – und der Senat liefert nur vage Antworten

Die Lage rund um das Lehrschwimmbecken am Marie-Bautz-Weg spitzt sich zu. Während der Bebauungsplan für das Gelände noch immer nicht steht, ist die Rück-Übergabe des Gebäudes bereits auf den 2. Februar 2026 um 10 Uhr festgelegt. Dann muss das Becken leer sein, die Räumlichkeiten besenrein übergeben werden – unabhängig davon, ob ein neuer Standort, ein Ersatz oder überhaupt eine Perspektive existiert. Für die Vereine, Schulen und Initiativen, die seit vielen Jahren auf dieses Becken angewiesen sind, ist das ein Schlag ins Gesicht.

Kaum nutzbare Ersatzzeiten – vor allem nicht für Kinder

Bäderland hat den Vereinen bereits „Ersatzzeiten“ angeboten. Doch ein Blick auf die Uhrzeiten zeigt, wie realitätsfern diese Vorschläge sind:

  • 13:00 Uhr oder 15:00 Uhr – da sind Kinder in Farmsen-Berne noch regulär in der Ganztagsschule oder in der Betreuung.
  • 20:00 Uhr – viel zu spät für Schwimmausbildung und für ehrenamtliche Trainerinnen und Trainer unzumutbar.

Kindgerechte Zeiten? Fehlanzeige.

Hinzu kommt: Das St.-Pauli-Bad schließt ebenfalls ab Februar 2026. Ersatzzeiten wurden dort zwar an Nutzer verschickt – doch auch hier reichen sie bei Weitem nicht aus, um die Lücke zu schließen, die ab 2026 klafft.

Die Schwimm- und Sportfreunde Farmsen gGmbH sollen kommende Woche weitere Wasserzeiten erhalten – aber auch das wird den massiven Verlust nicht kompensieren.

Ab 2026 brechen zahlreiche Schwimmausbildungszeiten weg

Schon jetzt ist klar: Die Schließung des Lehrschwimmbeckens reißt ein tiefes Loch in die Schwimmausbildung im Nordosten Hamburgs.

Allein der Ausfall des Marie-Bautz-Weges bedeutet den Verlust dutzender Stunden pro Woche. Zusammen mit dem Wegfall des St.-Pauli-Bades entsteht eine Versorgungslücke, die nicht annähernd geschlossen wird.

Kinder lernen dadurch später schwimmen, Vereine können weniger Kurse anbieten, Wartelisten wachsen weiter – und die ohnehin dramatische Situation der Nichtschwimmerquote verschärft sich

Die Antworten des Senats: ausweichend, unverbindlich, ohne Lösungen

Auf die Frage, welche Ergebnisse der Austausch zwischen Senat und den Schwimm- und Sportfreunden gebracht hat, präsentiert der Senat eine ausweichende Darstellung:

  • Es seien standortnahe Ersatzzeiten in Rahlstedt und Wandsbek angeboten worden.
  • Diese seien an die Nutzergruppen weitergegeben worden.
  • Man bleibe „im aktiven Austausch“.
  • Bäderland werde „laufend weitere Zeiten anbieten, sofern welche verfügbar sind“.
  • Eine Prognose für 2026 sei nicht möglich.

Konkrete Antworten? Keine. Klare Zusagen? Fehlanzeige. Garantierte Kapazitäten? Nicht existent.

Auch zur Frage nach eigenen Ersatzflächen liefert der Senat nichts Substanzielles. Das Bezirksamt Wandsbek verweist lediglich darauf, „für Gespräche zur Verfügung zu stehen“ – und überlässt die Kontaktaufnahme weitgehend den Vereinen selbst.

Fazit: Verantwortung wird verschoben – die Betroffenen bleiben allein zurück

Der Marie-Bautz-Weg wird geschlossen, ohne dass funktionierende Alternativen bereitstehen. Der Bebauungsplan ist noch nicht einmal fertig.
Die Ersatzzeiten sind größtenteils unbrauchbar. Und der Senat liefert nur allgemeine Floskeln und unverbindliche Ankündigungen.

Für die Schwimmvereine, für die Schulen und vor allem für die Kinder im Nordosten Hamburgs ist das ein fatales Signal. So verliert man wichtige Infrastruktur – und gefährdet die Schwimmfähigkeit einer ganzen Generation.

Quelle: Drucksache 23/2165