Hamburgs Senat erklärt in seiner aktuellen Drucksache, es gebe „keine Probleme bei der Mülltrennung“. Wer jedoch regelmäßig durch unsere Hochhaussiedlungen geht – egal ob Steilshoop, Mümmelmannsberg oder im Bereich der Großsiedlungen in Bramfeld – sieht ein völlig anderes Bild: überfüllte Container, falsch befüllte Tonnen, ganze Müllberge und keinerlei Kontrolle. Die Fotos, die mich regelmäßig erreichen, sprechen eine klare Sprache.
Realität vor Ort: Keine Kontrolle, keine Konsequenzen, steigende Kosten
Der Senat hat den bezirklichen Ordnungsdienst faktisch abgeschafft. Damit fehlt genau jene Präsenz, die früher zumindest abschreckend wirkte. Heute wird Müll einfach „irgendwo hingeschmissen“, Trennung findet kaum noch statt – und niemand greift ein.
Die Folgen tragen die Menschen, die sich korrekt verhalten: Nebenkosten steigen, weil Müll falsch entsorgt wird. Strafen bis zu 50.000 Euro für falsche Befüllung von Mülltonnen (ja, das ist gesetzlich möglich!) werden am Ende auf alle Mieterinnen und Mieter umgelegt, egal wer den Fehler begangen hat.
In vielen Hochhaussiedlungen explodieren die Müllkosten – und Familien ziehen weg, weil sie nicht länger bereit sind, für das Fehlverhalten anderer zu bezahlen. Das perfide daran: Der Senat zeigt mit dem Finger auf die Wohnungsunternehmen und Mieter, liefert aber selbst keinerlei Lösung. Kein Kontrollkonzept, keine Verstärkung im Ordnungsdienst, keine Aufklärung, keine Prävention.
So kann es nicht weitergehen – der Senat muss endlich handeln. Wenn Hamburg es ernst meint mit sauberer Stadt, Recyclingquote und fairen Nebenkosten, dann braucht es endlich ein echtes Konzept für Großsiedlungen. Dazu gehören:
- Ein funktionierender Ordnungsdienst, der vor Ort Präsenz zeigt.
- Pilotprojekte zur besseren Mülltrennung in Hochhaussiedlungen.
- Klare Kooperation mit den Wohnungsunternehmen, damit Kosten nicht einseitig auf die Mieter abgewälzt werden.
- Verbindliche Maßnahmen, damit Mülltrennung auch dort klappt, wo viele Menschen auf engem Raum leben.
Aktuell aber duckt sich der Senat weg – und die Hochhaussiedlungen bleiben mit dem Problem alleine. Hamburg braucht endlich eine ehrliche Bestandsaufnahme und konkrete Lösungen. Wer die Probleme ignoriert, lässt die Menschen in unseren Quartieren im Stich. Sauberkeit, Ordnung und faire Nebenkosten sind kein Luxus – sie sind Grundvoraussetzungen für gutes Wohnen. Der Senat darf sich hier nicht länger wegducken.

