Das Füttern von Vögeln im Winter ist bei vielen Menschen beliebt – und gerade bei Frost und geschlossener Schneedecke besonders sinnvoll. In der aktuellen Wetterlage nehmen viele heimische Arten Futterangebote dankbar an. Der NABU Hamburg erklärt, worauf beim Einrichten einer Futterstelle zu achten ist.
Wer Rotkehlchen, Amseln und Co. gut durch die kalten Tage bringen möchte, kann jetzt eine Futterstelle einrichten. Dabei kommt es vor allem auf den richtigen Behälter an. Grundsätzlich empfiehlt der NABU geschlossene Futterspender, die das Futter vor Nässe und Witterungseinflüssen schützen. Feuchtes Futter kann schnell verderben und die Ausbreitung von Krankheitserregern begünstigen. Besonders geeignet sind sogenannte Futtersilos, da sie – anders als offene Futterhäuschen – auch Verunreinigungen durch Vogelkot weitgehend verhindern. Wer dennoch ein klassisches offenes Häuschen nutzt, sollte dieses unbedingt täglich reinigen.
Der Standort der Futterstelle ist ebenfalls entscheidend. Ideal ist eine übersichtliche, gut einsehbare Stelle, an der sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen können. Gleichzeitig sollten in etwas Abstand Büsche oder Bäume stehen, die den Vögeln bei Angriffen von Greifvögeln wie dem Sperber Deckung bieten. Vorsicht ist außerdem bei Glasscheiben in der Nähe geboten: Spiegelungen können für Vögel zur tödlichen Falle werden. Eine nahezu flächendeckende Beklebung der Scheiben mit Mustern hilft, Kollisionen zu vermeiden.
Beim Futter selbst sind Sonnenblumenkerne eine bewährte Wahl – sie werden von fast allen Vogelarten gefressen. Ungeschälte Kerne verursachen zwar mehr Abfall, sorgen aber dafür, dass die Vögel länger an der Futterstelle verweilen. Körnerfresser wie Meisen, Finken und Sperlinge freuen sich über Mischungen aus verschieden großen Samen. Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Amseln oder Wacholderdrosseln nehmen gern Rosinen, Apfelstücke oder Haferflocken an, die am besten bodennah angeboten werden. Wichtig ist dabei, dass das Futter frisch bleibt. Spezielle Bodenfutterspender eignen sich hierfür besonders gut.
Sehr beliebt sind auch Fett-Samen-Gemische, etwa in Form von Meisenknödeln. Diese können selbst hergestellt oder gekauft werden. Dabei gilt: Meisenknödel sollten niemals in Plastiknetzen angeboten werden. Vögel können sich mit ihren Beinen darin verheddern und schwer verletzen. Ein absolutes Tabu bei der Vogelfütterung sind Brotreste. Brot ist zu salzig, quillt im Magen der Vögel auf und verdirbt schnell – das schadet den Tieren erheblich. Das gilt ausdrücklich auch für Enten.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Qualität des Futters. Billige Mischungen sind häufig mit Samen der allergieauslösenden Ambrosie oder anderen unerwünschten Pflanzen verunreinigt. Zudem stammt das Futter oft aus konventioneller Monokultur. Bio- oder NABU-Siegel bieten eine gute Orientierung beim Kauf. Wer Vogelfutter aus ökologischem Anbau verwendet, schützt die Vögel gleich doppelt – beim Anbau und beim Füttern.
Wer diese Hinweise beherzigt, kann sich unbeschwert an der bunten Vogelschar erfreuen, die den Weg zur Futterstelle findet. Gartenbesitzer*innen können darüber hinaus noch mehr tun: Heimische Wildpflanzen, Sträucher und Hecken schaffen dauerhaft Lebensräume und natürliche Nahrungsquellen für viele Vogelarten.
Weitere Informationen zur richtigen Vogelfütterung finden Sie online unter
www.NABU-Hamburg.de/vogelfuetterung
Mitmach-Tipp für Vogelfreund*innen:
Vom 9. bis 11. Januar 2026 lädt der NABU wieder zur bundesweiten Aktion „Stunde der Wintervögel“ ein. Naturinteressierte sind aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel im Garten, auf dem Balkon, am Futterhäuschen oder im Park zu zählen und zu melden. Weitere Informationen gibt es unter
www.stundederwintervoegel.de

