Der geplante Neubau der Beruflichen Schule Farmsen (BS 19) am Hermelinweg kommt offenbar deutlich langsamer voran als ursprünglich angekündigt. Besonders deutlich wird dies beim Vergleich mit den Aussagen des Senats aus dem Jahr 2023.
Damals waren die Planungen noch erstaunlich konkret: Im zweiten Quartal 2025 sollten die Bauarbeiten beginnen, Ende 2027 sollte der Neubau fertig sein. Die damalige Kostenschätzung lag bei rund 39,8 Millionen Euro. Grundlage war die Drucksache 22/10475.
Heute, mehr als drei Jahre später und lange nach dem ursprünglich angekündigten Baubeginn, kann der Senat plötzlich weder einen Baubeginn noch einen Fertigstellungstermin oder die voraussichtlichen Gesamtkosten nennen.
Fest steht inzwischen immerhin, wie groß das Projekt werden soll: Auf der ehemaligen Fußballfläche am Hermelinweg 8 soll ein viergeschossiger Gebäudekomplex mit rund 12.700 Quadratmetern Gebäudefläche entstehen. Der Ersatzneubau soll sämtliche bisherigen Einrichtungen der BS 19 aufnehmen und für insgesamt rund 1.200 Schülerinnen und Schüler sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgelegt werden.
Das Projekt befindet sich allerdings erst in Leistungsphase 2 nach HOAI. Viele Planungen sind damit noch nicht abgeschlossen. Selbst Details zu den Stellplätzen und Außenanlagen befinden sich noch in Abstimmung. Der vorhandene Baumbestand soll nach Angaben des Senats weitestgehend erhalten bleiben. Die Erschließung für Fußgänger, Radfahrer und Kraftfahrzeuge soll über den verlängerten Hermelinweg erfolgen.
Der Vergleich mit der ursprünglichen Planung ist ernüchternd: Eigentlich sollten die Bauarbeiten seit mehr als einem Jahr laufen. Stattdessen befindet sich das Vorhaben weiterhin in einer frühen Planungsphase. Aus einem angekündigten Baubeginn 2025 und einer Fertigstellung 2027 ist inzwischen ein Projekt ohne belastbaren Zeitplan geworden. Auch die frühere Kostenschätzung von 39,8 Millionen Euro wird aktuell nicht mehr bestätigt.
Gerade bei einem solchen Millionenprojekt ist das schwer nachvollziehbar. Wenn der Senat 2023 konkrete Termine und Kosten nennt, sollte wenige Jahre später zumindest erklärt werden können, warum diese Planung nicht gehalten wurde und wann tatsächlich gebaut werden soll.
Quellen: Schriftliche Kleine Anfragen, Drs. 23/5087 und Drs. 22/10475

