Noch im Jahr 2021 ging der Senat davon aus, dass die Stadtteile Bramfeld, Steilshoop und Farmsen-Berne bis 2035 deutlich wachsen würden. Damals wurde ein Zuwachs von mehr als 10.000 zusätzlichen Einwohnerinnen und Einwohnern prognostiziert.
Besonders stark sollte laut damaliger Annahme Farmsen-Berne wachsen, gefolgt von Steilshoop und Bramfeld. Diese Prognose hatte große Bedeutung für die Planung der Infrastruktur – etwa für Kitas, Schulen, Sportstätten und andere öffentliche Einrichtungen.
Neue Zahlen zeigen deutlich andere Entwicklung
Aktuelle Berechnungen zeigen nun jedoch ein anderes Bild. Laut neuer kleinräumiger Bevölkerungsprognose bis 2040 entwickeln sich die Einwohnerzahlen deutlich anders als noch vor wenigen Jahren angenommen. Aktuelle Einwohnerzahlen (Stand 30. Juni 2025) und Prognosen:
| Stadtteil | Einwohnerzahl | Veränderung 2025-2040 in Prozent |
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| 20251 | 2030 | 2035 | 2040 | ||
| Farmsen-Berne | 39.289 | 37.833 | 37.816 | 37.769 | – 3,9 |
| Bramfeld | 53.940 | 55.059 | 55.421 | 55.616 | 3,1 |
| Steilshoop | 19.778 | 19.247 | 19.036 | 18.856 | – 4,7 |
1 Daten zum Stichtag 30. Juni 2025
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Stand 30. Juni 2025 Melderegister; 2030-2040 Ergebnis kleinräumige Bevölkerungsvorausberechnung November 2024, Statistik Nord
Gründe für die veränderten Prognosen
Die Abweichungen zu früheren Prognosen hängen laut Senat vor allem mit angepassten Berechnungsgrundlagen bei der Bevölkerungsprognose zusammen. Insbesondere wurde das Geburtenverhalten (Fertilität) neu bewertet. In den vergangenen Jahren ist die Geburtenrate stärker zurückgegangen als früher angenommen.
Diese neuen Annahmen führen dazu, dass für einige Stadtteile nun sogar ein Bevölkerungsrückgang prognostiziert wird.
Auswirkungen auf Stadtentwicklung
Die neuen Zahlen sind für die langfristige Planung im Hamburger Nordosten von großer Bedeutung. Infrastruktur, Wohnungsbau und soziale Angebote müssen sich an der tatsächlichen Bevölkerungsentwicklung orientieren.
Während Bramfeld weiterhin moderat wachsen soll, zeigen die Prognosen für Farmsen-Berne und Steilshoop künftig eher eine stagnierende oder leicht rückläufige Entwicklung.
Die neuen Zahlen zeigen deutlich, wie wichtig realistische Planungsgrundlagen sind. Stadtentwicklung darf nicht auf veralteten Annahmen beruhen. Gerade wenn in einzelnen Stadtteilen sogar ein Bevölkerungsrückgang prognostiziert wird, müssen Infrastruktur, Wohnungsbau und soziale Angebote sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.
Für Stadtteile wie Steilshoop bedeutet das auch: Es braucht nicht immer nur neue Verdichtung, sondern vor allem eine Verbesserung der Lebensqualität, der Infrastruktur und der sozialen Durchmischung.
Quelle: Bürgerschaftsdrucksache 23-03273

