Der Hamburger Senat hat seinen Klimaplan-Zwischenbericht vorgestellt – präsentiert von Bürgermeister Peter Tschentscher und Umweltsenatorin Katharina Fegebank. Die Botschaft klang groß: Hamburg sei „auf Kurs“ und könne die Klimaneutralität sogar schon 2040 erreichen.
Doch kaum schaut man genauer hin, fällt dieses Bild in sich zusammen. Der Senat räumt selbst ein, dass zentrale Ziele – vor allem im Verkehrsbereich – klar verfehlt werden. Bei anderen Maßnahmen verweist er auf Abhängigkeiten vom Bund und von der EU. Übersetzt heißt das: große Versprechen, aber wenig eigene Steuerung und kaum Umsetzung.
Zu diesem Widerspruch habe ich dem Norddeutscher Rundfunk ein Statement gegeben.
Klimaziele gerissen – schon 2045 kaum erreichbar
Der Senat redet von Fortschritt, doch die Zahlen zeigen das Gegenteil. Ein Beispiel reicht: die Wärmepumpen.
Seit 2020 wurden in Hamburg nur rund 6.000 Wärmepumpen gefördert. Laut Klimaplan müssten es bis 2030 etwa 63.000 sein, um überhaupt das Ziel 2045 zu schaffen. Selbst die vom Senat genannten 10.000 pro Jahr reichen rechnerisch nicht aus. Das bedeutet: Die 2045-Ziele werden schon heute verfehlt – von 2040 ganz zu schweigen.
Ähnlich sieht es im Verkehr aus. Trotz vieler Ankündigungen sinken die Emissionen viel zu langsam. Der Senat sagt selbst, dass eigentlich rund 30 Prozent aller neuen Autos elektrisch sein müssten – hält das aber für unrealistisch und schiebt die Verantwortung weiter nach Berlin.
Auch beim Ausbau von Photovoltaik auf städtischen Gebäuden bleibt Hamburg weit zurück: Gerade einmal rund drei Prozent sind bislang umgesetzt.
Unterm Strich werden die Menschen hier für dumm verkauft. Der Senat verschärft Klimaziele, die er längst nicht erreicht, und verkauft das als Erfolg. Das ist keine ehrliche Klimapolitik, sondern Schönrechnerei. Klimaschutz braucht klare Ansagen, realistische Ziele und echte Umsetzung – nicht schöne Zahlen auf dem Papier.
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/klimaziele-hamburger-senat-sieht-sich-auf-einem-guten-weg,hamj-6736.html

