Das Eisland Farmsen ist nicht nur eine der wichtigsten Sportstätten für den Hamburger Eissport, sondern auch ein viel genutzter Treffpunkt für Vereine, Familien und Freizeitsportlerinnen und -sportler. Umso gravierender ist es, dass die Anlage seit Monaten – und eigentlich seit Jahren – unter massiven Problemen bei ihrer Energieversorgung leidet. Anstatt mit einer regulären Gasheizung wird das Eisland derzeit mit einer mobilen Ölheizung betrieben. Das ist teuer, ökologisch fragwürdig und symptomatisch für ein viel größeres strukturelles Problem.
Ein Defekt, der sich über Jahre zog – und niemand handelte konsequent
Bereits 2021 wurde eine Beschädigung an der Gasheizung festgestellt. Dennoch dauerte es bis Herbst 2023, bis der Schaden endgültig als irreparabel eingestuft wurde und eine mobile Ölheizung den Betrieb übernehmen musste. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte ein klares Konzept für die kurzfristige Reparatur oder den sofortigen Austausch vorliegen müssen. Stattdessen wurde:
- die Gasheizung vollständig demontiert,
- keine Reparaturkostenschätzung erstellt, weil der Schaden als endgültig irreparabel galt,
- bis heute keine neue Heizungsanlage beschafft.
Fast zwei Jahre nach dem Totalausfall existiert weiterhin kein Ersatz, nur ein Provisorium – mit allen Risiken und Belastungen.
Warum wurde nicht repariert?
Die Antwort ist eindeutig und ernüchternd: Der Wärmetauscher war so stark beschädigt, dass laut Verwaltung eine Reparatur nicht mehr möglich war. Doch dass erst 2023 ein endgültiges Urteil gefällt wurde, obwohl der Defekt schon 2021 bekannt war, wirft Fragen auf:
- Warum wurde nicht früher nach Alternativen gesucht?
- Warum wurde die Neubeschaffung nicht längst eingeleitet?
- Und warum lässt man ein landesweit bedeutendes Sportzentrum mit einem teuren und klimaschädlichen Notbetrieb laufen?
Umweltbelastung: Ölheizung als schlechteste Übergangslösung
Der Betrieb einer mobilen Ölheizung verursacht:
- Hohe CO₂-Emissionen,
- zusätzliche Feinstaubbelastungen,
- einen ökologischen Rückschritt, der nicht zum Anspruch einer klimaneutralen Stadt passt.
Während Hamburg an vielen Stellen über Klimaschutz diskutiert, läuft das Eisland mit Technik von gestern – und das ausschließlich, weil Ersatzmaßnahmen verschleppt wurden.
Fernwärme? Fehlanzeige – oder zumindest ohne klaren Plan
Besonders irritierend ist, dass die Verwaltung nicht klar beantwortet, ob ein Anschluss an die Fernwärme vorgesehen ist. Dabei wäre dies – sowohl in puncto Klimaschutz als auch in puncto Versorgungssicherheit – die naheliegendste Lösung.
Offene Fragen bleiben:
- Gibt es Planungen für einen Fernwärmeanschluss?
- Wo wäre der nächste mögliche Anschlusspunkt?
- Welche Kosten und Entfernungen stehen im Raum?
- Und wenn nein: Warum wird eine moderne, klimafreundliche Versorgung nicht verfolgt?
Dass die Antworten fehlen, zeigt: Es existiert kein strategisches Energiekonzept für eine der größten Sportstätten im Hamburger Osten.
Wer trägt die Verantwortung?
Die Situation wird zusätzlich dadurch verkompliziert, dass die Immobilie im Erbbaurecht organisiert ist:
- Sprinkenhof GmbH ist Erbbaurechtsnehmerin und damit zuständig für
- Finanzierung,
- Ausschreibung,
- Bauüberwachung der neuen Heizungsanlage.
- Die Behörde für Inneres und Sport beteiligt sich finanziell.
Doch am Ende interessiert die Sportlerinnen und Sportler nur eines: Wann kommt endlich eine verlässliche, saubere und bezahlbare Lösung?
Ein jahrelanger Stillstand, der niemandem gerecht wird
Das Eisland Farmsen ist ein zentraler Baustein der Hamburger Sportlandschaft. Dass ausgerechnet hier seit Jahren ein Energie-Notbetrieb läuft, ist ein Armutszeugnis für die zuständigen Stellen. Die mobile Ölheizung ist weder ökologisch vertretbar noch wirtschaftlich sinnvoll.
Hamburg braucht dringend:
- einen klaren Fahrplan für die neue Heizungsanlage,
- Transparenz zur Frage der Fernwärmeanbindung,
- eine zügige Umsetzung – nicht erst nach erneuten Wintersaisons auf einem Provisorium.
Solange das nicht passiert, zahlt das Eisland Farmsen einen hohen Preis – finanziell, ökologisch und sportlich.
Es ist unverantwortlich, dass eine der wichtigsten Sportstätten im Hamburger Osten seit Jahren nur über ein klimaschädliches Provisorium beheizt wird. Wenn ein Defekt 2021 bekannt war, aber 2025 immer noch keine neue Heizungsanlage existiert, dann ist das kein Einzelfall – das ist ein strukturelles Problem. Hamburg kann nicht glaubwürdig von Klimaschutz sprechen und gleichzeitig Ölheizungen als Dauerlösung akzeptieren. Ich erwarte vom Senat und von Sprinkenhof endlich ein klares Energiekonzept, einen verbindlichen Zeitplan und eine moderne, zukunftsfähige Lösung für das Eisland Farmsen.
Quelle: Drucksache 23/2165

