Skip to content Skip to footer

Ohlsdorfer Friedhof erhält fast eine Million Euro für mehr Natur und Artenvielfalt

Der Ohlsdorfer Friedhof soll in den kommenden Jahren naturnah weiterentwickelt werden. Für ein Pilotprojekt erhält der größte Parkfriedhof der Welt bis zu 960.000 Euro aus dem Bundesprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“. Mit der Förderung werden 80 Prozent der Kosten für eine zweijährige Maßnahme auf einer rund 16,5 Hektar großen Fläche im Zentrum des Friedhofs übernommen.

Ziel des Projekts ist es, die Artenvielfalt zu fördern und den Friedhof als Erholungs- und Naturraum weiter aufzuwerten. Gleichzeitig soll die Funktion als Ort des würdevollen Gedenkens erhalten bleiben. Die Maßnahme ist Teil der Bemühungen Hamburgs, zusätzliche Flächen für den Klima- und Naturschutz im urbanen Raum zu erschließen. Neben Parks und Naturschutzgebieten rücken dabei zunehmend auch Friedhöfe in den Fokus.

Die Förderung orientiert sich am Entwicklungsleitbild „Ohlsdorf 2050“. Dieses sieht vor, die historische Parklandschaft langfristig zu erhalten und gleichzeitig ökologisch weiterzuentwickeln. Rund ein Drittel der Friedhofsflächen soll perspektivisch zu einem attraktiven Friedhofspark umgestaltet werden. Dadurch sollen neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere entstehen, während die Erholungsfunktion für Besucherinnen und Besucher gestärkt wird.

Die nun geförderte Pilotfläche befindet sich in einem Bereich des Friedhofs, in dem seit rund zehn Jahren keine neuen Grabstätten mehr vergeben werden. Das Gebiet wird in drei Entwicklungszonen unterteilt.

Im Zentrum steht die sogenannte „Goldene Mitte“. Dort sollen Aufenthalts- und Erholungsbereiche entstehen. Geplant ist unter anderem ein Blührasen mit angepasster Pflege, der sowohl die Aufenthaltsqualität für Besucher als auch die Lebensbedingungen für Insekten und Pflanzen verbessern soll.

Daran schließt sich eine artenreiche Blühwiese an. Historische Grabsteine sollen als sogenannte Gedächtnisspeicher erhalten bleiben und die Erinnerung an Verstorbene weiterhin sichtbar im Landschaftsbild verankern.

Die dritte Entwicklungszone soll sich schrittweise zu einem lichten Parkwald entwickeln. Durch die Pflanzung heimischer Baumarten sowie die Entsiegelung ausgewählter Wegeflächen soll die ökologische Vielfalt weiter erhöht werden.

Das Förderprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ ist Teil des Bundes-Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz. Unterstützt werden Projekte, die Klimaschutz, Biodiversität und die naturnahe Gestaltung öffentlicher Grünflächen fördern. Mit dem Pilotprojekt auf dem Ohlsdorfer Friedhof soll gezeigt werden, wie sich Natur- und Klimaschutz mit den Anforderungen eines modernen Friedhofs verbinden lassen.