Am Alten Teich in Bramfeld richtet sich der aktuelle Protest von Anwohnerinnen und Anwohnern gegen die geplante Umgestaltung des Vorplatzes des Kriegerdenkmals. Vorgesehen ist dort die Errichtung eines sogenannten „Gegendenkmals“ zur Kommentierung der bestehenden Anlage. Für die Umsetzung sind Baukosten in Höhe von rund 440.000 Euro vorgesehen. Im Zuge der Arbeiten sollen Teile der Grünfläche umgestaltet sowie Bereiche rund um den Teich während der Bauzeit gesperrt werden. Genau diese Eingriffe in die bestehende Grünfläche und die Art der baulichen Umsetzung stoßen bei vielen Anwohnern auf Kritik.
Am 19.04.2026 haben daher zahlreiche Bürgerinnen und Bürger vor Ort demonstriert und auf ihre Sicht aufmerksam gemacht.
Das Bild zeigt die Situation sehr eindrücklich: Eine größere Gruppe von Anwohnerinnen und Anwohnern hat sich direkt am Denkmal versammelt. Menschen unterschiedlichen Alters stehen und sitzen gemeinsam auf den Stufen, einige haben ihre Hunde mitgebracht. In der Mitte ist ein Schild mit der Aufschrift „Natur statt Beton“ zu sehen. Die Stimmung wirkt ruhig, aber bestimmt – ein klares Zeichen, dass sich viele Menschen im Stadtteil mit dem Thema auseinandersetzen.
In den vergangenen Tagen werde ich häufig gefragt, wie es zu dieser Planung kommen konnte und warum ich das zugelassen habe beziehungsweise nicht dagegen war. Dazu gehört aus meiner Sicht auch eine ehrliche Einordnung: Die entscheidenden Weichen wurden bereits im Jahr 2018 gestellt. Damals gab es einen Wettbewerb zur Umgestaltung – und vor Ort waren nur wenige Bürgerinnen und Bürger beteiligt. Die damals anwesenden Stimmen haben den heute vorgesehenen Standort maßgeblich mitgeprägt.
Wenn die große Zahl der heute engagierten Anwohnerinnen und Anwohner bereits 2018 vor Ort gewesen wäre, hätte sich die Entwicklung möglicherweise anders dargestellt. Das zeigt, wie wichtig Beteiligung zum richtigen Zeitpunkt ist.
Ich habe seit 2018 regelmäßig über das Projekt berichtet – beginnend mit dem Wettbewerb und in den Folgejahren immer wieder über den jeweiligen Stand der Dinge. Genau das bleibt für mich eine zentrale Lehre: frühzeitig und umfassend informieren.
Denn nur wenn Informationen rechtzeitig vorliegen, können Bürgerinnen und Bürger sich einbringen, mitentscheiden und ihre Interessen vertreten – und nicht erst dann, wenn viele Entscheidungen bereits getroffen sind.
Die aktuelle Demonstration macht deutlich, dass das Bedürfnis nach Mitwirkung und Austausch groß ist. Umso wichtiger ist es, Transparenz zu schaffen und Informationen zugänglich zu machen, damit sich jeder eine eigene Meinung bilden kann.

