Skip to content Skip to footer

Regionalausschuss Bramfeld, Steilshoop, Farmsen-Berne: Ärzteversorgung, Verkehr, Hundezone und Trinkerszene auf dem Bramfelder Marktplatz im Fokus

Am 26.03.2026 kam der Regionalausschuss Bramfeld-Steilshoop-Farmsen-Berne auf dem Campus Steilshoop zusammen, um zentrale Themen der Stadtteile zu beraten. Die Sitzung machte deutlich, welche Probleme die Menschen vor Ort bewegen – und warum viele Entscheidungen getroffen oder eben nicht getroffen wurden. Dankenswerterweise haben Nicolai Timpner und Lena Bertram die Sitzung einmal zusammengefasst.

👉 Tagesordnung:
http://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/to010.asp?SILFDNR=1003810

Hundeauslaufzone Kienholt (Bramfeld-Nord): Konflikte seit Jahren ungelöst

Gleich zu Beginn der Bürgersprechstunde wurde deutlich, wie sehr die Situation in der Hundeauslaufzone Kienholt die Anwohner belastet. Eine Bürgerin aus der Siedlung Stühm-Süd machte auf die seit Jahren bestehenden Konflikte aufmerksam. In der ausgewiesenen Hundeauslaufzone kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, weil sich dort nicht nur freilaufende Hunde bewegen, sondern auch Jogger, Radfahrer und Nutzer von E-Rollern.

Bereits vor zwei Jahren hatte die CDU einen Antrag eingebracht, um hier Lösungen zu schaffen. Auch in dieser Sitzung sollte das Thema erneut behandelt werden – ein entsprechender Antrag wurde jedoch gar nicht erst zugelassen, da er nach Versand der Tagesordnung eingereicht worden war. Stattdessen wurde die aktuelle Eingabe in den Ausschuss für Klima, Umwelt und Verbraucherschutz überwiesen.

In der Diskussion zeigte sich ein klares Meinungsbild: Während die CDU darauf drängte, die konkreten Probleme vor Ort zeitnah anzugehen, verwiesen SPD und Grüne darauf, dass das Thema in den zuständigen Fachausschuss gehöre. Auch wurde argumentiert, dass grundsätzliche Fragen – etwa durch eine Ortsbegehung – dort besser geklärt werden könnten. Für die betroffenen Anwohner bedeutet das jedoch, dass sich kurzfristig nichts ändern wird und eine Lösung weiter auf sich warten lässt.

Reembusch (Bramfeld): Raserei erkannt, aber bauliche Maßnahmen abgelehnt

Ein weiteres zentrales Thema war die Verkehrssituation im Reembusch. Ein anwesendes Ehepaar sowie weitere Anwohner schilderten eindrücklich, dass dort regelmäßig deutlich zu schnell gefahren wird – trotz bestehender Tempo-30-Regelung. Besonders problematisch ist die Lage, da sich in unmittelbarer Nähe mehrere Schulen befinden und Fußgänger kaum geschützte Flächen haben. Gleichzeitig nutzen auch Radfahrer und E-Roller den Gehweg, was die Situation zusätzlich verschärft.

Die CDU hatte daher den Einbau einer Temposchwelle beantragt, um die Geschwindigkeit wirksam zu reduzieren. In der Diskussion wurde jedoch schnell deutlich, dass dieser Vorschlag keine Mehrheit finden würde. Die Polizei sprach sich klar gegen solche baulichen Maßnahmen aus. Als Hauptgründe wurden genannt, dass Temposchwellen Einsatzfahrzeuge behindern und für Patienten im Rettungsdienst zu unnötigen Belastungen führen können.

Auch die SPD griff diese Argumentation auf und plädierte dafür, zunächst neue Geschwindigkeitsmessungen durchzuführen. Die letzte Messung stammte aus dem Jahr 2023. Sollte sich dabei zeigen, dass regelmäßig zu schnell gefahren wird, könnten verstärkt Kontrollen oder mobile Blitzer eingesetzt werden.

Am Ende wurde der Antrag abgelehnt. Für die Anwohner bleibt damit zumindest die Aussicht, dass die Situation erneut überprüft wird – eine unmittelbare bauliche Verbesserung wird es jedoch vorerst nicht geben.

Querungsmöglichkeit Stuhtsweg und Lärmbelästigung durch die U5 Baustelle in Steilshoop

Neben diesen beiden großen Themen wurden weitere Anliegen von den anwesenden Bürgern eingebracht. So ging es unter anderem um die Situation am Stuhtsweg, wo sich Bürger eine sichere Querungsmöglichkeit wünschen. Da das Bezirksamt hierzu bereits Prüfungen eingeleitet hat, wurde die Eingabe zunächst vertagt.

Auch aus der Gründgenstraße (Steilshoop) gab es Beschwerden, insbesondere über den Lärm durch die Baustellenverkehre im Zuge des U5-Ausbaus. Hier soll nun geprüft werden, ob zumindest ein Teil der Fahrzeuge über alternative Routen geführt werden kann, um die Wohnbebauung zu entlasten. In beiden Fällen zeigt sich ein typisches Muster: Die Probleme sind bekannt, Entscheidungen stehen weiter aus.

Steilshoop: Medizinische Versorgung bleibt zentrales Problem

👉 Antrag:
https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1024868

Ein besonders drängendes Thema war erneut die medizinische Versorgung in Steilshoop. Die Situation hat sich in den vergangenen Jahren massiv verschlechtert. Aktuell gibt es im Stadtteil nur noch eine Hausarztpraxis mit zwei Ärzten sowie einen Kinderarzt, dessen Zukunft ungewiss ist. Gleichzeitig steht der Wegzug einer Zahnärztin im Raum.

Vor diesem Hintergrund wollte die CDU den Investor des Einkaufszentrums in den Regionalausschuss einladen. Ziel war es, offene Fragen direkt zu klären – etwa zu den geplanten Umzügen der Praxen, zu den entstehenden Kosten und zur zukünftigen Versorgungssituation.

Die Mehrheit aus SPD, Grünen und Linken lehnte diesen Antrag jedoch ab. Als Begründung wurde angeführt, dass der Regionalausschuss keine rechtliche Möglichkeit habe, einen privaten Investor zur Teilnahme zu verpflichten. Zudem liege die Verantwortung für die ärztliche Versorgung primär bei der Kassenärztlichen Vereinigung. Hier bleibt fraglich, warum die KV für Investorengespräche zuständig sei. Auch wurde betont, dass bereits Gespräche im Hintergrund laufen und das Thema im Sozialausschuss besser aufgehoben sei. Immer wieder werden von rot-grün Hintergrund Gespräche vorgeschoben. Doch seit nunmehr fünf Jahren werden diese geführte und der Stadtteil stellt fest, dass immer mehr Ärzte und Nahversorger den Stadtteil verlassen (müssen). Anstelle hier einmal Transparenz zu schaffen, wird weiter gemauert.

Der Antrag wurde aufgrund der Einwände der Koalition in den Sozialausschuss überwiesen. Eine direkte öffentliche Auseinandersetzung mit dem Investor vor Ort wird es bedauerlicherweise vorerst nicht geben.

Entsiegelung César-Klein-Ring: Gute Idee, aber zu teuer

👉 Antrag:
https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1024869

👉 Vorheriger Antrag:
https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1023919

Ein weiterer Antrag der CDU beschäftigte sich mit der Entsiegelung einer Asphaltfläche zwischen dem César-Klein-Ring 14 und 16. Ziel war es, diese Fläche ökologisch aufzuwerten und zu prüfen, ob Fördermittel von Senat oder Fachbehörden genutzt werden können. Das Bezirksamt hatte bereits geprüft und wollte anstelle der Straße die Gehwege entsiegeln und gab vor allem auch die finanziellen Aspekte an. Auf Nachfrage teilte die Umweltbehörde mit, dass sie zu dieser Sache bisher nicht befragt wurde und dafür finanzielle Mittel zur Verfügung hätte. Um die Mittel der Umweltbehörde abgreifen zu können, sollte nochmal geprüft werden.

In der Diskussion wurde jedoch deutlich, dass die Koalition keinen zusätzlichen Handlungsbedarf sieht. Man verwies auf eine bereits vorliegende Einschätzung der Verwaltung und stellte vor allem die Kosten in den Vordergrund. Zudem wurde argumentiert, dass personelle Ressourcen begrenzt seien und man sich auf andere Maßnahmen konzentrieren müsse.

Der Antrag wurde schließlich gegen die Stimmen der CDU abgelehnt. Damit bleibt die Fläche vorerst unverändert.

Haldesdorfer Straße: Wartehäuschen bleibt offen

👉 Antrag:
https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1024871

Seit Jahren fordern Anwohner und Fahrgäste ein Wartehäuschen an der Bushaltestelle Haldesdorfer Straße. Mit der geplanten Erweiterung des Schulstandorts auf dem Otto-Campus dürfte die Bedeutung dieser Haltestelle weiter steigen.

Die Vertreter stellten dar, dass die Umsetzung nicht ganz einfach ist. Unter anderem verlaufen Leitungen im Boden, die ein Fundament erschweren könnten. Zudem sind Fragen der Zuständigkeit und der verfügbaren Flächen noch nicht abschließend geklärt. Wer jedoch den öffentlichen Nahverkehr stärken will, kann diese Problematik nicht hinnehmen und muss Lösungen erarbeiten. Darauf zielt der Antrag der CDU.

Der Antrag wurde daher nicht abgelehnt, sondern vertagt. Der Regionalbeauftragte soll nun kurzfristig prüfen, welche Lösungen möglich sind. Damit besteht zumindest die Hoffnung, dass hier Bewegung in das Thema kommt.

Bramfelder Marktplatz: Kein akuter Handlungsbedarf aus Sicht der Mehrheit

👉 Antrag:
https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1024872

Zum Abschluss der Sitzung ging es um die Situation auf dem Bramfelder Marktplatz. Dort trifft sich insbesondere in den Nachmittags- und Abendstunden eine Trinkerszene, während gleichzeitig viele Kinder und Jugendliche die umliegenden Einrichtungen wie das Haus der Jugend und die Bücherhalle nutzen.

Die CDU schlug vor, einen runden Tisch einzurichten, um frühzeitig Lösungen zu entwickeln und mögliche Konflikte zu vermeiden. Dieser Ansatz fand jedoch keine Mehrheit.

Polizei und Sozialbehörde erklärten, dass aus deren Sicht die Situation aktuell als unauffällig eingeschätzt werde und keine akute Gefährdung bestehe. Die SPD äußerte zudem grundsätzliche Zweifel an der Wirksamkeit von runden Tischen und sah daher keinen Anlass für weiteres Handeln. Diese Einschätzung verwundert, da nur am runden Tisch alle Akteure zusammen die bisherigen Maßnahmen erörtern und weitere Möglichkeiten ergreifen können.

Der Antrag wurde schließlich abgelehnt. Damit bleibt es vorerst bei der Einschätzung, dass unverständlicherweise kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht.

Kritik am Verfahren: Zwei Anträge gar nicht behandelt

Für zusätzliche Diskussion sorgte der Umstand, dass zwei Anträge der CDU gar nicht erst zur Sitzung zugelassen wurden. Dabei ging es zum einen um den Erhalt des bei der U5-Baustelle geborgenen Findlings im Stadtteil, zum anderen um die Einzäunung der Hundeauslaufzone Kienholt.

Die Begründung der Mehrheit lautete, dass beide Anträge zu spät eingereicht worden seien und keine ausreichende Dringlichkeit vorliege. Aus Sicht der CDU ist dies ein falsches Signal, da beide Themen für die Bürger vor Ort eine hohe Relevanz haben.

In der nächsten Sitzung des Regionalausschusses am 30. April 2026 wird auf dem Campus Steilshoop der Umwelt- und Sozialpreis verliehen. Zwei Preisträger wurden bereits ausgewählt.