Hamburg verschärft seine Maßnahmen zur Kontrolle der wachsenden Nutria-Population. Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) erweitert die Unterstützung jagdlicher Eingriffe ab sofort auf die Bezirke Altona und Eimsbüttel (Jagdkreis I) sowie Hamburg-Nord und Wandsbek (Jagdkreis II). Bislang waren entsprechende Regelungen nur in den Jagdkreisen III (Bergedorf/HH-Mitte) und IV (Harburg/Wilhelmsburg/Finkenwerder) gültig. Gleichzeitig wird die Aufwandsentschädigung für nachweislich erlegte Tiere ab dem 1. Dezember 2025 stadtweit auf 14 Euro verdoppelt; seit Mitte 2023 lag sie bei 7 Euro.
Wachsende Population in urbanen Räumen
Die aus Südamerika stammende Nutria breitet sich zunehmend in urbanen Gebieten aus. In Hamburg werden die semiaquatischen Nagetiere längst nicht mehr nur in den wasserreichen Regionen Bergedorf und Harburg gesichtet. Meldungen kommen inzwischen auch von der Wandse, der Kollau, den städtischen Fleeten sowie aus dem Alsterlauf und der Alster selbst. Auch Parks, Friedhöfe, Regenrückhaltebecken und Uferböschungen in Altona und Eimsbüttel sind betroffen.
Die Tiere können Uferbefestigungen unterhöhlen, Grünanlagen schädigen und die heimische Tier- und Pflanzenwelt beeinträchtigen. Die Stadt reagiert daher mit einer Ausweitung der jagdlichen Kontrollmaßnahmen.
Erweiterte Maßnahmenpakete
Die BUKEA führt mehrere zusätzliche Schritte ein, um die Regulierung des Bestands zu unterstützen:
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Ausweitung des Fallenprogramms: Nach dem Vorbild der Jagdkreise III und IV werden nun auch in den Kreisen I und II Lebendfallen und elektronische Fallenmelder zur Verfügung gestellt. Revierinhaber können diese über die zuständigen Jägermeister anfordern.
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Mehr Personal für den Jagdschutz: Jagdausübungsberechtigte erhalten die Möglichkeit, zusätzliche Jagdaufseher zu benennen. Diese können – nach Bestätigung durch den Jägermeister – speziell für die Nutria-Bejagung eingesetzt werden.
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Erleichterungen bei Schießerlaubnissen: Die Gebühr für den Eintrag der Nutria in die städtische Schießerlaubnis entfällt künftig für Stadtjäger.
Bereits jetzt stehen rund 50 Lebendfallen mit elektronischen Meldern in den Revieren der Jagdkreise III und IV im Einsatz.
Aufruf zu Meldungen aus der Bevölkerung
Um das Vorkommen und die Auswirkungen der Nutria in Hamburg genauer zu dokumentieren, bittet die Umweltbehörde Bürgerinnen und Bürger, Sichtungen und Schäden – insbesondere an Hochwasserschutzanlagen – per E-Mail an invasive-arten@bukea.hamburg.de zu melden.
Bei akuten Problemen vor Ort bieten die Jägermeisterinnen und Jägermeister Beratung an. Die entsprechenden Kontaktinformationen stellt die Stadt online zur Verfügung.

