Rund um die U5-Baustelle in Steilshoop und Bramfeld kam es in den vergangenen Monaten wiederholt zu erheblichen Problemen mit dem Schmutzwassersystem. Anwohner berichteten von Rückstauereignissen, massiven Geruchsbelästigungen und teilweise vollgelaufenen Kellern. Besonders betroffen waren nach Angaben des Senats unter anderem Bereiche rund um den Borchertring, die Gründgensstraße sowie der Otto-Burrmeister-Ring.
Wie aus der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Kleine Anfrage hervorgeht, wurden seit Einreichen der Anfrage zwei konkrete Vorfälle offiziell bestätigt.
Am 11. April 2026 wurden demnach Abflussprobleme am Otto-Burrmeister-Ring 45, 47 und 49 gemeldet. Dabei sei ein Rückstau in der Gründgensstraße festgestellt worden. Schadensersatzforderungen der betroffenen Eigentümer wurden laut Senat jedoch abgelehnt, da die Häuser nicht über die vorgeschriebene Rückstausicherung verfügt hätten.
Nur wenige Tage später, am 17. April 2026, kam es laut Senat zu einer Verstopfung des Hausanschlusses am Borchertring 3. Auch hier sei ein Rückstau aus der Gründgensstraße beobachtet worden. Die Situation musste durch den temporären Einsatz einer Pumpe abgesichert werden, bis die Störung beseitigt werden konnte.
Darüber hinaus bestätigt der Senat weitere Probleme aus dem Frühjahr 2025. Damals seien im Sonnentauweg und Leeschenblick erhöhte Wasserstände im Zusammenhang mit einer Sofortmaßnahme in der Fabriciusstraße festgestellt worden. Erst nach Abschluss der Arbeiten im Mai 2025 habe sich die Situation wieder beruhigt. Zwei Betroffene aus dem Sonnentauweg erhielten laut Senat immerhin eine Kostenerstattung für Untersuchungen zur Ursachenfeststellung.
Besonders brisant ist jedoch ein weiterer Punkt der Senatsantwort: Im Bereich Borchertring und Gründgensstraße wurde Material im Abwassersystem festgestellt, das dort „untypisch“ sei. Dieses Material werde derzeit als mögliche Ursache der Vorfälle im April geprüft. Maßnahmen zur Entfernung sowie zur Identifikation des Verursachers laufen laut Senat noch.
Viele Anwohner hatten bereits zuvor den Verdacht geäußert, dass Stoffe oder Materialien aus der U5-Baustelle in das Abwassersystem gelangt sein könnten. Eine abschließende Bestätigung dafür gibt es bislang zwar nicht, allerdings bestätigt der Senat nun erstmals offiziell entsprechende Untersuchungen.
Gleichzeitig verweist der Senat auch auf erhebliche Mengen an Feuchttüchern im Netzbereich. Diese hätten wiederholt Ablagerungen und Funktionsbeeinträchtigungen verursacht.
Die Zuständigkeiten seien laut Senat klar geregelt: Hamburg Wasser beziehungsweise die Hamburger Stadtentwässerung seien für Betrieb, Überwachung und Instandhaltung des Schmutz- und Regenwassersystems außerhalb aktiver Baufelder zuständig. Innerhalb der freigegebenen Baustellenflächen liege die Verantwortung hingegen bei der HOCHBAHN beziehungsweise den von ihr beauftragten Unternehmen.
Um weitere Vorfälle zu verhindern, setzen die Beteiligten laut Senat inzwischen auf zusätzliche Maßnahmen. Dazu zählen regelmäßige Reinigungen sensibler Netzabschnitte, zusätzliche Kamerabefahrungen sowie eine automatisierte Pumpenüberwachung mit 24-Stunden-Rufbereitschaft.
Für viele betroffene Anwohner dürfte dennoch die entscheidende Frage bleiben, ob die Probleme tatsächlich dauerhaft behoben werden können. Gerade im Umfeld der Großbaustelle sorgen die wiederholten Rückstauereignisse inzwischen für erhebliche Verunsicherung.

