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SAGA sperrt Wege in der Hohnerkampsiedlung – Verunsicherung bei Anwohnern wächst

In der Hohnerkampsiedlung sorgt eine neue Maßnahme der SAGA Unternehmensgruppe derzeit für erheblichen Unmut und viele offene Fragen. An nahezu allen Zugängen wurden Schilder angebracht, die den Zutritt und Durchgang für Nichtmieter untersagen. Was für viele nach einer kleinen Änderung klingt, hat vor Ort spürbare Auswirkungen auf den Alltag zahlreicher Menschen.

Die Siedlung, die bereits 1953 errichtet wurde, steht beispielhaft für den klassischen Hamburger Wohnungsbau: viel Grün, offene Wege und eine bewusste Einbindung in die umliegenden Quartiere. Über Jahrzehnte hinweg wurden die Wege ganz selbstverständlich von der Allgemeinheit genutzt – von Anwohnerinnen und Anwohnern, Familien mit Kindern, Spaziergängern und auch im alltäglichen Berufsverkehr.

Umso größer ist nun die Irritation: Plötzlich sollen genau diese Wege nicht mehr öffentlich zugänglich sein. Viele Bürgerinnen und Bürger fragen sich, wie eine solche Einschränkung praktisch umgesetzt werden soll. Denn die Auswirkungen reichen weit über Spaziergänge hinaus. Was bedeutet das für Besucher, Lieferdienste, Postzusteller oder im Ernstfall sogar für Rettungsdienste?

Zusätzlich sorgt eine weitere Entwicklung für Kopfschütteln: Gleichzeitig weist die SAGA ihre Mieter darauf hin, dass sie ihrer Schneeräumpflicht künftig nicht mehr nachkommen wird. Auch hier stellt sich die Frage, wie dies rechtlich zu bewerten ist – insbesondere vor dem Hintergrund der Verkehrssicherungspflicht.

Die zentrale Frage bleibt: Darf ein Wohnungsunternehmen tatsächlich den Zugang zu einer gewachsenen Siedlungsstruktur so weitgehend einschränken? Wenn dies rechtlich zulässig wäre, könnte ein solcher Ansatz theoretisch auch auf andere große Wohnquartiere übertragen werden – etwa in Steilshoop oder Mümmelmannsberg. Ein Gedanke, der viele Menschen zusätzlich verunsichert.

Ich habe die SAGA daher heute offiziell um Stellungnahme gebeten. Insbesondere geht es um folgende Punkte:

  • Welche rechtliche Grundlage besteht für die Einschränkung der Nutzung dieser Wege?
  • Wie soll die Regelung konkret umgesetzt und kontrolliert werden?
  • Welche Ausnahmen sind vorgesehen – etwa für Besucher, Lieferdienste oder Einsatzkräfte?
  • Wird es Übergangsregelungen geben?
  • Und nicht zuletzt: Ist geplant, die neu aufgestellten Verbotsschilder wieder zu entfernen?

Klar ist: Die Maßnahme führt vor Ort zu erheblicher Verunsicherung. Wege, die über Jahrzehnte selbstverständlich genutzt wurden, sind plötzlich eingeschränkt. Gleichzeitig entstehen teilweise deutliche Umwege – mit spürbaren Folgen für den Alltag vieler Menschen im Quartier.

Sobald eine Rückmeldung der SAGA vorliegt, werde ich darüber informieren.