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Schneechaos in Hamburg: Weniger Personal, höhere Kosten, ungelöste Probleme

Seit mehreren Tagen liegt Schnee in Hamburg – und mit ihm wächst der Unmut vieler Bürgerinnen und Bürger. Zwar ist die Stadtreinigung Hamburg seit Beginn des Wintereinbruchs im Dauereinsatz und räumt Eis und Schnee mit hunderten Einsatzkräften und Fahrzeugen. Dennoch zeigt sich im Alltag vieler Menschen ein anderes Bild: Zahlreiche Straßen, Geh- und Radwege sind weiterhin nicht oder nur unzureichend geräumt.

Besonders problematisch ist die Entwicklung beim Personal. Während im Jahr 2019 noch rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Winterdienst zur Verfügung standen, sind es in diesem Winter nur noch 728. Das entspricht einem Rückgang von fast 20 Prozent. Diese Zahl ist kein Gefühl, sondern Ergebnis einer Senatsantwort auf eine parlamentarische Anfrage, über die bereits im November 2025 berichtet wurde. Gleichzeitig sind die Kosten für den Winterdienst gestiegen – von gut 12 Millionen Euro im Jahr 2019 auf mehr als 12,5 Millionen Euro in der aktuellen Wintersaison.

Das Ergebnis dieser Entwicklung ist nun deutlich sichtbar. Vor Schulen, an Bushaltestellen, auf wichtigen Fußwegen und an vielen Kreuzungen herrscht weiterhin Rutschgefahr. Gerade ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sind dadurch besonders gefährdet. Die Zahl der Stürze und Verletzten steigt, während die Erwartung an eine funktionierende Daseinsvorsorge nicht erfüllt wird.

Der Wintereinbruch kommt dabei nicht überraschend. Schnee und Frost gehören in Hamburg weiterhin zum normalen Wettergeschehen. Umso schwerer wiegt der Eindruck, dass Personalabbau und organisatorische Entscheidungen der vergangenen Jahre nun auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen werden. Weniger Einsatzkräfte bei gleichzeitig steigenden Kosten werfen die Frage auf, ob Prioritäten richtig gesetzt wurden.

Statt funktionierender Räumung erleben viele Hamburgerinnen und Hamburger derzeit glatte Wege, blockierte Schulwege und unsichere Haltestellen. Der aktuelle Winter zeigt deutlich, dass der Winterdienst personell und organisatorisch besser aufgestellt sein muss, wenn Sicherheit im öffentlichen Raum ernst genommen werden soll.