Ist der Schulbau in Hamburg im Einklang mit den ökologischen und sportpolitischen Zielen? - Sportplätze werden ohne Ersatz bebaut

Wie an der Bramfelder Schule An der Seebek, werden derzeit bzw. in naher Zukunft auf 24 weiteren Schulhöfen und fünf Sportplätzen Bauarbeiten stattfinden und weitere Flächen versiegelt werden. Seit 1999 ist der Versieglungsgrad in Hamburg von 36% auf 39% im Jahre 2017 gestiegen. Der Senat muss endlich damit aufhören, Hamburg weiter zu betonieren. Selbstverständlich ist der Schulbau wichtig, jedoch hätte dieser auch ohne Versiegelung auf die bestehenden Gebäude erfolgen können.

 

Wir brauchen die Sportplätze. Die Stadt wächst. Es sollten mehr werden, nicht weniger. Trotzdem werden erneut Sportplätze ohne Ersatz bebaut.

Der Senat hat angekündigt, die Hälfte aller staatlichen Schulen zu sanieren, zu erneuern und auszubauen. Zusätzlich sollen über 44 neue Schulen gebaut und 123 Standorte erweitert werden. Fraglich ist, ob die geplanten Neubaumaßnahmen auch den gesetzten ökologischen und sportpolitischen Zielen entsprechen. Beispielsweise teilt der Senat mit, dass die Schule An der Seebek am Standort Heinrich-Helbing-Straße 50 um einen Zug wachsen wird. Gebaut werden ein zweigeschossiges Klassenhaus sowie eine Gymnastikhalle auf den vorhandenen Sportflächen.

 

Es werden weitere Flächen versiegelt und Sportflächen entfallen. Dort, wo Asphalt, Beton oder Pflaster über dem Boden liegt, kann kein Wasser gefiltert werden und versickern. So droht die Kanalisation zu überlasten, wodurch Schmutzwasser in die Gewässer eingeleitet werden kann.

 

Auch das in Hamburg knappe Grundwasser kann sich nur neubilden, wenn Regen im Erdreich versickern kann. Versiegelter Erdboden ist auch für wichtige Grünflächen nicht nutzbar, kann keine Schadstoffe filtern und Nährstoffe bilden oder speichern. Auch steigen die Temperaturen in der Stadt bei einem erhöhten Versiegelungsgrad.

 

In Deutschland gesamt nimmt die Versiegelungs- und Verkehrsfläche täglich um etwa 60 Hektar zu – das entspricht 100 Fußballfeldern, in etwa die Hälfte davon ist versiegelt.

 

Um einmal abzubilden, welche aktuellen Planungen der Senat derzeit verfolgt, habe ich nachgehakt. (22-5255). Dabei wurde mir mitgeteilt, dass derzeit bzw. in naher Zukunft auf 24 Schulhöfen und sechs Sportplätzen gebaut werden wird. Auch wenn der Senat betont, dass in allen Fällen durch die Baumaßnahmen sichergestellt wird, dass die Schule einen angemessenen Schulhof behält sowie die Sportmöglichkeiten beispielsweise durch zusätzliche Sporthallen verbessert werden sollen, bin ich dennoch entsetzt. Schließlich hätte man auch die bestehenden Gebäude in die Höhe erweitern können. So hätte man keine zusätzlichen Flächen bebauen müssen.

 

Mit Active City hat das alles nichts mehr zu tun, was der Innensenator und das Landessportamt derzeit so treiben. In einer wachsenden Stadt dürfen keine Sportplätze bebaut werden. Sporthallen sind kein adäquater Ersatz.

 

Die Hochwasserereignisse im Westen von Deutschland zeigen, dass wir nicht alles versiegeln dürfen. Anstatt vorhandene Gebäude in die Höhe zu erweitern, einfach weitere Flächen zu versiegeln, ist der falsche Weg.

 

Übrigens ist in Hamburg der Anteil der versiegelten Flächen von 36 (im Jahr 1999) auf 39 Prozent (im Jahr 2017) gestiegen (Drs. 22/346). Einen Antrag der CDU für ein Entsiegelungsprogramm hat Rot-Grün jedoch abgelehnt. Stattdessen versiegelt der Senat einfach weiter.

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