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Sporthalle Turnierstieg dicht – und der Senat schaut zu – Wie politisches Wegsehen den Sport in Bramfeld und Farmsen-Berne lahmlegt

Die Dreifeld-Sporthalle am Turnierstieg, Herzstück des Schul- und Vereinssports rund um das Gymnasium Osterbek, ist seit dem 8. Dezember 2025 vollständig gesperrt. Auf unbestimmte Zeit. Grund sind erneute und gravierende Absackungen des Hallenbodens. Die Halle ist nicht mehr nutzbar – weder für Schulen noch für Vereine. Und niemand kann sagen, wann sich daran etwas ändert.

Das eigentlich Skandalöse: Das Ganze kam nicht überraschend. Bereits 2024 waren massive Schäden durch Wassereintritt bekannt. Das Risiko war also da, dokumentiert, benannt – und trotzdem wurde weitergemacht wie immer. Kein Notfallkonzept, keine Ausweichstrategie, kein klarer Zeitplan. Statt entschlossen zu handeln, wurde abgewartet, verharmlost und weiterbetrieben. Bis es eben nicht mehr ging.

Das Ergebnis dieses Senatsversagens tragen jetzt Kinder, Jugendliche und Ehrenamtliche.

Sportunterricht fällt aus – Woche für Woche

Allein an der Stadtteilschule Osterbek wurden vor der Sperrung 30 Sportstunden pro Woche in der Halle erteilt. Seit dem 15. Dezember 2025 ist dort kein praktischer Sportunterricht mehr möglich. Zwischen dem 15. Dezember 2025 und dem 19. Januar 2026 konnten 94 Sportstunden nicht mehr in Sporträumen stattfinden. Statt Bewegung: Theorie, Ersatzunterricht oder fachfremde Inhalte.

Besonders bitter: Es geht hier um Kinder der Jahrgänge 5 und 6, also Zehn- bis Zwölfjährige. Lange Wege zu anderen Hallen sind ihnen nicht zumutbar. Die umliegenden Grundschulen sind ausgelastet, andere Hallen zu weit weg oder ungeeignet. Sport findet – wenn überhaupt – draußen statt. Im Winter. In Hamburg.

Auch das Gymnasium Osterbek ist massiv betroffen: Vor der Sperrung 29 Sportstunden pro Woche in der Dreifeldhalle. Zwar konnten einzelne Stunden notdürftig in kleinere Hallen, eine Squashhalle oder sogar eine andere Schule verlagert werden – dennoch sind bereits neun Sportstunden komplett ausgefallen. Doppelbelegungen und Improvisation ersetzen keinen regulären Sportunterricht.

Vereine zahlen den Preis für politisches Nichtstun

Die Dreifeldhalle war an nahezu jedem Tag der Woche bis spät abends belegt: Bramfelder SV, TSV Wandsetal, WTSV Concordia, Hamburger Volleyballverband, Rahlstedter Hockey- und Tennis-Club – sie alle nutzten die Halle intensiv. Der Belegungsplan zeigt: Diese Halle war kein Luxus, sondern ein unverzichtbarer Baustein der Sportinfrastruktur im Stadtteil.

Die nun angebotenen Alternativen sind bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein. Verkürzte Zeiten, eingeschränkte Nutzung, weniger Trainingsmöglichkeiten. Ehrenamtlich organisierter Sport wird ausgebremst, Nachwuchsarbeit erschwert, Engagement entwertet.

Verantwortungslos und vorhersehbar

Der Senat wusste seit 2024 von den Schäden. Er hatte Zeit. Er hatte Informationen. Er hatte Verantwortung. Und er hat nichts daraus gemacht. Kein tragfähiges Konzept, keine rechtzeitige Sanierung, keine echten Alternativen für den Fall der Sperrung.

Jetzt ist die Halle dicht. Auf unbestimmte Zeit.
Und wieder einmal zeigt sich: Wenn der Senat Probleme aussitzt, zahlen am Ende die Kinder, die Vereine und der Stadtteil den Preis.

Quelle: Drucksache 23/2744, 1 und  Drucksache 23-0253