Die medizinische Versorgung in Steilshoop steht weiter unter massivem Druck. Wie wir alle wissen, arbeitet der letzte Kinderarzt im Stadtteil längst an der Belastungsgrenze. Pro Quartal versorgt er rund 1.800 bis 1.900 Patientinnen und Patienten – mehr sei kaum möglich. Die Konsequenz: Fast täglich müssen Menschen abgewiesen werden.
Gleichzeitig verschärft sich die Situation durch strukturelle Probleme. Nach der Schließung weiterer Praxen gibt es im Stadtteil nur noch eine Hausarztpraxis. Selbst Erwachsene wenden sich inzwischen an den Kinderarzt, weil sie keine Alternative mehr finden. Die Versorgung ist damit faktisch bereits heute an einem kritischen Punkt angekommen.
Umzug ins EKZ – viele offene Fragen
Eigentlich sollte der Umzug der verbliebenen Praxen aus dem Ärztetower ins benachbarte Einkaufszentrum (EKZ) längst erfolgt sein. Doch der Zeitplan gerät immer weiter ins Wanken. Ursprünglich war ein Umzug bereits im vergangenen Jahr vorgesehen – doch bis heute fehlen konkrete Fortschritte.
Zwar wird Unterstützung für die Mieter angekündigt, doch wie diese konkret aussieht, bleibt unklar. Gleichzeitig sind die vorgesehenen Flächen im EKZ offenbar noch nicht fertiggestellt: Wände fehlen, Anschlüsse sind nicht gelegt. Der Umzug ist damit weiterhin mit großen Unsicherheiten verbunden.
Hinzu kommt ein weiteres Problem: Selbst wenn der Umzug ins EKZ gelingt, ist dies voraussichtlich nur eine Zwischenlösung. Denn für die umfassende Sanierung des Einkaufszentrums ist ab 2028 ein weiterer Umbau vorgesehen. Das bedeutet: Die Praxen müssten erneut umziehen – mit allen Risiken für Patienten und Ärzte.
Mehrfachumzüge gefährden die Versorgung
Diese Perspektive ist hochproblematisch. Jeder Umzug kostet Zeit, Geld und Vertrauen. Gerade in einem Stadtteil wie Steilshoop, der ohnehin unter Ärztemangel leidet, können zusätzliche Belastungen dazu führen, dass Praxen ganz aufgeben oder den Standort verlassen.
Schon heute ist unklar, ob alle verbliebenen Ärzte den aktuellen Weg überhaupt mitgehen können. Die fehlende Planungssicherheit schreckt potenzielle Nachfolger zusätzlich ab.
Lösung liegt auf der Hand
Eine pragmatische Lösung liegt seit Langem auf dem Tisch: modulare Containerlösungen für Arztpraxen. Diese könnten schnell aufgestellt werden und den Ärzten eine stabile Perspektive bieten – ohne mehrfaches Umziehen. Die medizinische Versorgung könnte so während der gesamten Bauphase gesichert werden.
Gerade in einer Situation, in der bereits heute Patienten abgewiesen werden müssen, sollte alles darangesetzt werden, weitere Verschlechterungen zu verhindern.
Es bleibt völlig offen, ob der Umzug ins EKZ wirklich wie geplant klappt und ob die zugesagte Unterstützung am Ende auch tatsächlich bei den Ärzten ankommt. Gleichzeitig droht bereits jetzt der nächste Umzug ab 2028 – das ist den Praxen und den Patienten schlicht nicht zuzumuten. Ich bleibe dabei: Wir brauchen endlich eine klare, verlässliche Lösung. Modulare Container für Arztpraxen sind der richtige Weg, um die Versorgung in Steilshoop dauerhaft zu sichern, bis das EKZ fertig ist.
Quelle / weiterführender Artikel:
https://www.abendblatt.de/hamburg/wandsbek/article411508230/letzter-kinderarzt-in-steilshoop-mahnt-muessen-fast-jeden-tag-leute-abweisen.html

