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Steilshoop braucht ein Lokales Gesundheitszentrum – doch der Senat gibt den Stadtteil faktisch auf

Viele Menschen wissen gar nicht, was ein Lokales Gesundheitszentrum (LGZ) ist – dabei könnte ein solches Zentrum für Steilshoop ein enormer Gewinn sein. LGZ bündeln unter einem Dach medizinische Grundversorgung, Pflege, Sozialberatung, Prävention und psychosoziale Angebote. Sie sind genau für Stadtteile gedacht, in denen die Versorgung besonders schlecht ist und die Menschen Unterstützung brauchen.

Trotz dieser klaren Zielsetzung ist Steilshoop bis heute ohne eigenes LGZ geblieben. Andere benachteiligte Quartiere wie Veddel, Mümmelmannsberg oder Osdorf-Lurup wurden bereits berücksichtigt – Steilshoop nicht.

Ein Interessent – aber kein Engagement des Senats

Wie der Senat in der Kleinen Anfrage 23/2032 einräumt, gab es lediglich einen Interessenten für ein LGZ im Bezirk Wandsbek. Dieser Träger erhielt Informationen, stellte aber keinen Antrag. Auffällig ist: Die Sozialbehörde hat offenbar nicht versucht, diesen Prozess aktiv zu begleiten oder auf einen konkreten Standort Steilshoop hinzuwirken. Damit ist eine reale Chance, ein LGZ nach Steilshoop zu holen, ungenutzt geblieben.

Warum Steilshoop besonders geeignet ist

Kaum ein Stadtteil Hamburgs weist so deutliche Versorgungslücken auf wie Steilshoop:

  • Nur vier Hausärztinnen und Hausärzte für rund 20.000 Menschen
  • Lange Wartezeiten
  • Häufige Aufnahmestopps
  • Überfüllte Wartezimmer und Warteschlangen bis vor die Tür

Die Situation ist so belastend, dass die Stadtteilkonferenz Steilshoop eine Mahnwache organisiert hat, um auf die Notlage aufmerksam zu machen. Ich unterstütze dieses Engagement ausdrücklich. Auch meine bereits gestartete Unterschriftenaktion zeigt, wie groß die Betroffenheit im Stadtteil ist. Die dazugehörige Petition auf Change.org findet großen Anklang.

Ein kommunales MVZ wäre eine wirksame Lösung

Andere Städte zeigen, wie es gehen kann: Dort werden die medizinischen Versorgungszentren teilweise kommunal betrieben. Hamburg hingegen verweist auf den Bund – obwohl die Versorgungsprobleme vor Ort längst eskalieren. Ein durch die Stadt unterstütztes oder betriebenes MVZ könnte:

  • zusätzliche Hausärzte anziehen,
  • eine stabile Grundversorgung sicherstellen,
  • und die Last auf die verbliebenen Praxen deutlich reduzieren.

Für Steilshoop wäre das dringend notwendig.

Zusätzliche Belastungen durch Baustellen

Zur ohnehin schwierigen Versorgungslage kommen langfristige Baustellen hinzu:

  • das Ärztehaus,
  • das Einkaufszentrum,
  • die zukünftige U5-Haltestelle,
  • veränderte Buslinien
  • und schwierige Wegeführungen für Patientinnen und Patienten.

Gerade Ältere oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen trifft dies besonders hart.

Steilshoop ist einer der Stadtteile, die ein Gesundheitszentrum am dringendsten benötigen. Ein Interessent für den Bezirk war vorhanden, der Senat hat jedoch nicht gehandelt. Gleichzeitig verschlechtert sich die Versorgung weiter – bei dauerhaft zu wenigen Hausärzten, langen Wartezeiten und zusätzlichen Belastungen durch Baustellen.

Der Senat darf Steilshoop nicht länger im Stich lassen. Jetzt sind Lösungen gefordert – nicht irgendwann.