Die Stadt Hamburg konzentriert sich derzeit stark auf zwei große Entwicklungsflächen im Norden Steilshoops: Steilshoop 11 und Steilshoop 12. Auf beiden Arealen laufen seit Jahren Bebauungsplanverfahren, deren Ziel die Schaffung neuen Wohnraums ist. Was ursprünglich als Chance für eine städtebauliche Erneuerung gedacht war, droht nun zu einer verpassten Gelegenheit zu werden – weil SPD und Grüne nahezu ausschließlich auf zusätzlichen sozialen Wohnungsbau setzen. Dabei wäre gerade Steilshoop der Ort, an dem Hamburg dringend eine echte soziale Durchmischung erreichen müsste.
Fünf Jahre Stillstand trotz groß angekündigter Pläne
Schon 2020 wurden die Verfahren offiziell gestartet, beide Flächen waren einst Schulstandorte und grenzen unmittelbar an wertvolle Landschaftsräume am Borchertring und Fritz-Flinte-Ring. Ziel war es, die Flächen neu zu ordnen, Wohnungsbau zu ermöglichen und gleichzeitig Grün- und Sportflächen zu sichern. Die bisherigen Schritte im Überblick:
- 21. Januar 2020: Einleitung der Verfahren (Drs. 21-0873)
- 15.–29. März 2021: Online-Beteiligung der Öffentlichkeit
- 30. August 2021: Informationsveranstaltung in der Sporthalle Wandsbek
- 19. Oktober 2021: Zustimmung zur Fortführung des Verfahrens
Und danach? Nichts. Fünf Jahre Stillstand. Erst jetzt, im Jahr 2026, plant der Senat eine erneute öffentliche Beteiligung nach § 3 Abs. 2 BauGB. Dass ein Stadtteil wie Steilshoop mit seinen besonderen Herausforderungen so lange auf tragfähige Planungen warten muss, ist politisches Versagen.
Was der Senat plant – und warum Steilshoop das Gegenteil braucht
SPD und Grüne möchten die Hochhaussiedlung weiter verdichten – und setzen erneut auf zusätzlichen sozialen Wohnungsbau, teils sogar mit Hochhäusern. Aus Sicht der CDU ist das nicht nur mutlos, sondern kontraproduktiv.
Unsere Kritik als CDU:
- Steilshoop trägt bereits jetzt einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Sozialwohnungen.
Jeder weitere Cluster verschärft strukturelle Probleme anstatt sie zu lösen. - Der Stadtteil braucht dringend eine soziale Durchmischung, wie sie z. B. in Wilhelmsburg erfolgreich umgesetzt wurde: moderne Architektur, Familienwohnungen, Eigentumsanteile, innovative Quartierskonzepte – nicht das Wiederholen der Fehler der 1970er Jahre.
- Die Belastungsgrenzen sind erreicht. Viele Anwohnerinnen und Anwohner melden sich zu Wort – zu Recht. Steilshoop ist kein Experimentierfeld für politische Experimente, sondern ein lebendiger Stadtteil mit Menschen, die gute Lebensperspektiven erwarten.
- Hochhäuser sind nicht die Lösung. Moderater, durchgrünter Wohnungsbau, klare Wegebeziehungen, neues Gewerbe, soziale Infrastruktur – das wäre zeitgemäße Stadtentwicklung.
Was macht eigentlich die SAGA?
Der städtische Wohnungsbaukonzern lässt bereits prüfen, welche Nutzungsmöglichkeiten auf den Flächen realisierbar sind. Dass jedoch keine Visualisierungen, keine Bauanträge und keine verbindlichen Planungsdaten vorliegen, trägt zur Verunsicherung bei.
Wer Steilshoop entwickeln möchte, braucht Transparenz – nicht Schweigen.
Unsere Forderungen als CDU: Steilshoop verdient mehr als ein „Weiter so“
Steilshoop hat enormes Potenzial: einen starken Zusammenhalt, gute Grünräume, ein kulturell vielfältiges Umfeld. Doch dieses Potenzial heben wir nur, wenn wir die Fehler der 1970er-Jahre nicht wiederholen.
Wir fordern:
- Soziale Durchmischung statt weiterer Ballung von Sozialwohnungen
Mehr Eigentums- und Mietwohnungen für Familien, Singles und Senioren jeder Einkommensgruppe. - Verzicht auf neue Hochhäuser
Steilshoop braucht keine zusätzliche Versiegelung der Skyline, sondern eine maßvolle, moderne Architektur. - Verbindliche, frühzeitige Bürgerbeteiligung
Die Menschen vor Ort müssen endlich ernst genommen werden – nicht erst am Ende des Verfahrens. - Ein klares städtebauliches Konzept für ein lebenswertes Quartier
Grünräume, Wegebeziehungen, Infrastruktur, Nahversorgung, soziale Einrichtungen – alles gehört auf den Tisch.
Der Senat verschläft eine historische Chance
Steilshoop könnte ein Beispiel dafür werden, wie Stadtentwicklung im 21. Jahrhundert gelingt: gemischt, modern, sozial stabil, architektonisch hochwertig. Doch SPD und Grüne drohen diese Chance zu verspielen, indem sie reflexartig auf reinen sozialen Wohnungsbau setzen. Steilshoop braucht keinen weiteren sozialen Schwerpunkt, Steilshoop braucht Perspektive.

