Immer mehr Menschen aus Steilshoop melden sich bei mir – und viele von ihnen sagen inzwischen offen: „Wir wollen hier weg.“ Nicht, weil sie ihren Stadtteil nicht mögen. Nicht, weil sie keine Hoffnung hätten. Sondern weil sie es nicht mehr einsehen, dass sie Jahr für Jahr für die Kosten anderer mitzahlen müssen.
Ein besonders drastisches Beispiel sind die Sperrmüllkosten. Die Nebenkosten steigen seit Jahren – und zwar in einem Tempo, das viele Familien, Rentnerinnen und arbeitende Menschen nicht mehr stemmen wollen. Ein Beispiel ist Vonovia. Die Gesamtkosten für Sperrmüll in Steilshoop sind innerhalb eines Jahres um über 50 % gestiegen.
Vonovia versucht alles: Informationszettel in mehreren Sprachen, Hinweise auf den nahen Wertstoffhof, zusätzliche Mülltage (hier wird über das Thema Müll informiert), Gespräche vor Ort. Doch viele ignorieren es schlicht – und ja, man muss es so ehrlich sagen: Wer vom Amt die Kosten erstattet bekommt, für den spielt der Anstieg der Nebenkosten oft keine Rolle. Die arbeitende Bevölkerung hingegen fragt sich zu Recht: „Warum soll ich immer mehr zahlen, weil andere ihren Müll einfach vors Haus kippen?“
Sperrmüll liegt in Steilshoop inzwischen fast ständig irgendwo herum – und die Rechnung zahlen am Ende die Mieterinnen und Mieter. Selbst für mein eigenes Büro steigen die Nebenkosten jedes Jahr. Das ist längst kein reines Abrechnungsproblem mehr, sondern ein gesellschaftliches Problem, das endlich angegangen werden muss. Wir brauchen zweierlei:
- Konsequente Sanktionen für diejenigen, die ihren Sperrmüll einfach auf die Straße stellen. Dafür brauchen wir endlich wieder einen Ordnungsdienst, der unverständlicherweise abgeschafft wurde.
- Proaktive Angebote, damit alle eine echte Alternative haben – zum Beispiel regelmäßige kostenlose Sperrmülltage in Steilshoop.
So kann es jedenfalls nicht weitergehen. Die Kosten dürfen nicht weiter explodieren, und Vermieter wie Vonovia dürfen mit diesem Problem nicht allein gelassen werden. Wenn wir den Stadtteil stabilisieren wollen, müssen wir jetzt handeln – klar, konsequent und im Sinne der vielen Menschen, die jeden Monat hart arbeiten und ihre Nebenkosten aus eigener Tasche zahlen.

