Der massive Rattenbefall rund um die Elbkinder-Kita am Gropiusring in Steilshoop beschäftigt Eltern, Kita und Behörden weiterhin. Eine neue Schriftliche Kleine Anfrage zeigt: Die Bekämpfungsmaßnahmen laufen weiter, das komplette Außengelände der Kita bleibt gesperrt – und wann es wieder geöffnet werden kann, ist derzeit nicht absehbar.
In der Kita werden täglich mehr als 200 Kinder mit und ohne Behinderung betreut. Zuvor waren Ratten beziehungsweise Hinweise auf einen Befall an zahlreichen Stellen festgestellt worden – unter anderem auf dem Außengelände, unter Spielgeräten, auf der Dachterrasse, hinter der Fassade, im Sielsystem, im Kriechkeller und auch innerhalb des Gebäudes. Zeitweise mussten deshalb sowohl das Außengelände als auch die Küche gesperrt werden.
Runder Tisch am 3. September – Flyer und mehr Kontrollen
Am 3. September 2026 fand auf Einladung der Elbkinder ein Runder Tisch statt. Beteiligt waren laut Senatsantwort unter anderem Vertreter der umliegenden Grundstückseigentümer, des Bezirksamtes, der Stadtreinigung Hamburg und der Bürgerschaft.
Besprochen wurden die bereits eingeleiteten Maßnahmen gegen das Müllproblem. Als eine konkrete neue Maßnahme soll nun ein gemeinsamer Aufklärungsflyer entwickelt werden. Dieser soll unter anderem über Eltern und bei Stadtteiltreffen verteilt werden und darüber informieren, warum das Füttern von Wildtieren problematisch ist und wie Rattenbefall vermieden werden kann. Die Elbkinder arbeiten derzeit an einem Entwurf.
Die Stadtreinigung will ihre regelmäßigen Reinigungs- und Kontrollmaßnahmen fortsetzen und die beim Runden Tisch festgestellten Schwerpunkte stärker berücksichtigen. Auch die WasteWatcher+ sollen verstärkt vor Ort sein und insbesondere über das Taubenfütterungsverbot informieren. Missstände außerhalb der Zuständigkeit der Stadtreinigung sollen an die verantwortlichen Stellen weitergegeben und bis zur Erledigung nachverfolgt werden.
Auch angrenzende Grundstückseigentümer haben nach Angaben des Senats ihre Müllplätze verstärkt kontrolliert und aufgeräumt sowie Grünbewuchs zurückgeschnitten. Die benachbarte Schule am See hat ebenfalls Rattenfallen aufgestellt.
Außengelände weiterhin vollständig gesperrt
Für die Kinder bleibt die Situation dennoch mit deutlichen Einschränkungen verbunden. Das gesamte Außengelände der Kita Gropiusring ist weiterhin gesperrt.
Seit der 38. Kalenderwoche nutzt die Kita deshalb zusätzlich das Außengelände der ehemaligen Elbkinder-Kita am Erich-Ziegel-Ring. Damit sollen die Kinder neben den umliegenden Spielplätzen wenigstens eine weitere sichere Möglichkeit bekommen, sich draußen aufzuhalten.
Besonders problematisch: Der Senat kann derzeit nicht sagen, wann das eigentliche Außengelände der Kita wieder geöffnet werden kann. Gemeinsam mit dem Schädlingsbekämpfer werde regelmäßig geprüft, wann eine verantwortbare Wiederöffnung möglich sei.
Befall reduziert – aber Bekämpfung noch nicht abgeschlossen
Zumindest gibt es nach Angaben des Senats derzeit keine Hinweise darauf, dass sich der Rattenbefall weiter ausbreitet.
Mitarbeiter des Instituts für Hygiene und Umwelt waren bereits zweimal auf dem Grünstreifen vor der Kita tätig. Dadurch sei der Befall deutlich reduziert worden. Abgeschlossen sind die Maßnahmen jedoch noch nicht. Eine weitere Kontrolle soll zeitnah stattfinden. Wie lange es bis zur vollständigen Tilgung des Befalls dauert, könne nicht angegeben werden. Als einen Grund nennt der Senat mögliche äußere Faktoren wie weiterhin nicht ordnungsgemäße Müllansammlungen.
Eine Verbesserung gibt es immerhin innerhalb der Kita: In der Küche wird inzwischen wieder frisch gekocht.
Damit bleibt das Problem jedoch längst nicht gelöst. Entscheidend ist jetzt, dass nicht nur über Aufklärung gesprochen wird, sondern die Ursachen des Rattenbefalls im gesamten Umfeld dauerhaft beseitigt werden. Dazu gehören insbesondere zugängliche Nahrungsquellen, Müllablagerungen und Probleme auf privaten wie öffentlichen Flächen.
Gerade bei einer Kita mit mehr als 200 Kindern muss das Ziel sein, das Außengelände so schnell wie möglich wieder sicher nutzbar zu machen. Dass derzeit noch nicht einmal abgeschätzt werden kann, wann dies der Fall sein wird, zeigt, dass weiterhin erheblicher Handlungsbedarf besteht.
Quelle: Schriftliche Kleine Anfrage des Abgeordneten Sandro Kappe (CDU) und Antwort des Senats, Drs. 23/5367 vom 22. September 2026.
Rattenproblem in Steilshoop akut: Alle sind zuständig – doch eine gemeinsame Lösung fehlt bislang

