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Steilshoop: Viele Pläne, wenig Klarheit – Infrastruktur bleibt auf der Strecke

In Steilshoop sollen gleich drei neue Baufelder entwickelt werden – Steilshoop 11 (Borchertring), Steilshoop 12 (Fritz-Flinte-Ring) und Steilshoop 13 (Nahversorgungszentrum). Ziel der Bebauungsplanverfahren ist vorrangig der Wohnungsbau. Doch während Wohnungen geplant werden, bleibt die dringend benötigte Infrastruktur – insbesondere im medizinischen Bereich – weiter auf der Strecke.

In der jüngsten Sitzung der Koordinierungsrunde (KOKO) wurde erneut die prekäre Versorgungslage in Steilshoop thematisiert. Die Bürgerinnen und Bürger, insbesondere mobilitätseingeschränkte Personen, leiden unter einem massiven Mangel an Arztpraxen und unter erheblichen verkehrlichen Einschränkungen. Geeignete, barrierearme Flächen für neue Praxen fehlen. Der Senat räumt ein, dass eine kurzfristige Abhilfe kaum möglich sei – und verweist auf das separate Planverfahren Steilshoop 13 zum Nahversorgungszentrum. Doch hier ist Geduld gefragt: Zwar wurde das Verfahren eingeleitet und im Januar 2025 eine Plandiskussion durchgeführt, doch ein Abschluss ist nicht absehbar. Der erforderliche Durchführungsvertrag soll erst „zu gegebener Zeit“ geschlossen werden und dann im Transparenzportal veröffentlicht werden.

Planungsverfahren: Hängepartien statt Zeitpläne

Für die Baufelder A und B (Steilshoop 12) sowie C (Steilshoop 11) steht die öffentliche Auslegung der Bebauungspläne laut Senat frühestens Ende 2025/Anfang 2026 an. Konkrete Zeitpläne zur Realisierung liegen noch nicht vor – auch nicht für die bauliche Umsetzung oder die Beratung in den Bauausschüssen. Die Finanzierung ist ebenfalls unklar. Zwar sollen die Wohnbauten durch private Mittel und Wohnraumförderung finanziert werden, während die Erschließung und Sportflächen öffentlich getragen werden – doch eine abschließende Entscheidung über die Finanzierung fehlt bislang.

Tennisverein plant Sanierung – aber lohnt sich das überhaupt?

Besonders irritierend ist die Lage des THC Forsthof. Der Tennisverein möchte seine Anlage sanieren, weiß jedoch nicht, ob dies angesichts möglicher Umplanungen überhaupt sinnvoll ist. Drei Plätze sollen verlagert werden (vgl. Drs. 20/10427) – aber wann und wo genau, ist offen. Eine konkrete Termin- oder Ausführungsplanung existiert laut Senat nicht.

Jokerfläche bleibt ein Rätsel

Auch zur sogenannten „Jokerfläche“, einer strategisch wichtigen Reservefläche, bleibt vieles im Unklaren. Der Senat verweist auf eine ältere Drucksache des Bezirks Wandsbek (Drs. 21-7485), macht aber keine Angaben zu aktuellen Planungen oder Zeitplänen.

Zukunft am Borchertring: Variante 1 bevorzugt – CDU lehnt ab

Für das Teilbaufeld C.1 am Borchertring hat die SAGA zwei Entwurfsvarianten entwickeln lassen. Beide Varianten sehen eine Mischung aus Wohnen, Gewerbe, Kita und Stellplätzen vor. Der Planungsausschuss befürwortete Variante 1 – gegen die Stimmen von CDU sowie bei Enthaltung der Linken. Die CDU kritisiert insbesondere die unzureichende Berücksichtigung gemeinschaftlicher Wohnformen und mangelnde Transparenz bei der Nutzung der Gewerbeflächen. Auch müssen wir endlich in Steilshoop hochwertig bauen. Schließlich brauchen wir ein Durchmischung. Wir müssen Steilshoop endlich aufwerten.

Fazit: Die Zeit drängt – doch der Senat vertröstet

Die Herausforderungen in Steilshoop sind groß: fehlende Ärzte, mangelnde Barrierefreiheit, unklare Perspektiven für Sportvereine und eine bröckelnde Infrastruktur. Statt Lösungen bietet der Senat vage Zeiträume, unkonkrete Finanzierungsmodelle und getrennte Planverfahren, die kaum aufeinander abgestimmt sind. Wer den Stadtteil zukunftsfähig machen will, muss endlich die Bedürfnisse der Menschen vor Ort ernst nehmen – und Infrastruktur nicht nur mitplanen, sondern zur Priorität machen.