Stellungnahme zu den Falschaussagen von Umweltsenator Kerstan im Hamburg Journal Interview

In dem Beitrag des Hamburg Journals bezweifelt der Umweltsenator, die von mir dargestellten Fällungen, obwohl die Zahlen mir von seiner eigenen Umweltbehörde zur Verfügung gestellt wurden!

 

Auch ist der Straßenbaumbestand nicht – wie von Kerstan behauptet – gestiegen, sondern es wurden lediglich Bäume des öffentlichen Grüns in Straßenbäume umgewandelt.

 

Es verwundert mich zudem, dass Herr Kerstan die Zählung aller Bäume im öffentlichen Grün als Steuerverschwendung anprangert, während seine eigene Behörde genau das macht.

 

Darüber hinaus habe ich nie gefordert, alle Bäume auf privatem Grund zählen zu lassen. Ich wünsche mir lediglich, dass die Statistiken zu den Privatfällungen dokumentiert werden, da hier ebenfalls die Fällungen und Nachpflanzungen auf Schulstandorten sowie Sportflächen erfasst werden.

Vor kurzem war das Hamburg Journal bei uns in Steilshoop zu Besuch und hat mich zum Thema ‘Hamburgs Bäume‘ befragt. Den Link zur Sendung finden Sie hier.

 

In dem Video kommt auch der grüne Umweltsenator Kerstan zu Wort. Er bezweifelt im Beitrag die von mir dargestellten Fällungen. Die Zahlen hat mir jedoch seine eigene Umweltbehörde zur Verfügung gestellt! Fraglich ist zudem, wie der Baumbestand trotz Nachpflanzungsdefizit angeblich gestiegen sein soll. Ich habe daher noch einmal nachgefragt (22-5287) und versucht, seine Aussagen nachzuvollziehen.

 

Der Erfolg, den der Senator im Interview zu verkaufen versucht, erfolgte durch die Umwidmung von Bäumen. Vorher wurden diese als Bäume im öffentlichen Grün gezählt, hinterher als Straßenbäume. So fiel beispielsweise der Gesamtstraßenbaumbestand (2020) im Bezirk Mitte trotz Nachpflanzungsüberschuss von 39.460 auf 39.444. Im Bezirk Wandsbek hingegen, stieg der Gesamtstraßenbaumbestand (2020) trotz Nachpflanzungsdefizit an.

 

Das ist kein Erfolg. Für mich bleibt unbegreiflich, wieso der Senator derartige Unwahrheiten verbreiten muss. Ein weiterhin grünes Hamburg sollte schließlich unser aller Ziel sein, besonders aber das eines grünen Umweltsenators!

 

Weiterhin behauptet Herr Kerstan, dass das Zählen von Bäumen im öffentlichen Grün einer Steuerverschwendung gleichkäme. Seine eigene Behörde teilt jedoch mit, dass im Rahmen des Erhaltungsmanagements Grün eine stadtweite Bestandsaufnahme für alle Grünanlagen vorgenommen wird – diese soll planmäßig Ende 2022 abgeschlossen werden. Darin werden unterschiedliche Nutzungsbereiche wie Rasen, Wegeflächen, Beete oder Gehölzflächen, aber auch Baumgruppen sowie Solitärbäume erfasst werden.

 

Die BUKEA zählt die Bäume also bereits. Darüber hinaus habe ich nie die Zählung aller Bäume gefordert, sondern mich lediglich für die Offenlegung der Pflanz- und Fallzahlen eingesetzt.

 

Genauso wenig entspricht es der Wahrheit, dass ich nun alle Privatbäume zählen lassen möchte. Ich wünsche mir lediglich, dass die Statistiken zu den Privatfällungen dokumentiert werden. Wie der Senat selbst mitgeteilt hat, werden die Fällungen und Nachpflanzungen auf Schulstandorten sowie Sportflächen in den Fälllisten für Privatgrundstücke dokumentiert. Die Opposition kann nur nachprüfen, ob alle Fällungen auf Schulstandorten sowie Sportflächen nachgepflanzt werden, wenn diese Statistiken vorliegen.

 

Nichtsdestotrotz kann ich meinen Appell aus dem Interviewe nur wiederholen: Lieber Herr Umweltsenator Kerstan, lassen Sie uns zusammen das Baumdefizit angehen, lassen Sie uns überlegen, wie wir das hinbekommen. Es muss endlich aufhören, dass wir Statistiken fälschen, nicht vorlegen und keine validen Zahlen zur Verfügung stellen.

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