Die Antwort des Senats auf eine Anfrage zu den Aktivitäten der Stiftung Lebensraum Elbe zeigt ein gemischtes Bild: Während für die Jahre 2025 und 2026 konkrete Maßnahmen benannt werden können, fehlt für die Zeit danach jegliche belastbare Planung. Gerade mit Blick auf den langfristigen Gewässerschutz ist das ein deutliches Defizit.
Konkrete Maßnahmen 2025–2026
Für die Jahre 2025 und 2026 listet der Senat mehrere Projekte zur Renaturierung und ökologischen Aufwertung von Gewässern auf. Diese verteilen sich auf verschiedene Bezirke und zeigen, dass punktuell investiert wird – allerdings häufig mit überschaubarem Umfang.
| Bezirk | Gewässer / Standort | Maßnahme | Jahr | Status | Kosten |
|---|---|---|---|---|---|
| Altona | Flottbek, Jenisch-Park | Anlage eines Priels | 2025 | umgesetzt | 105.000 € |
| Bergedorf | Schlinz, Altengammer Elbwiesen | Prielrenaturierung, Auwaldentwicklung | 2023–2025 | umgesetzt | 838.000 € |
| Hamburg-Mitte | Elbe, Finkenwerder Vorhafen | Uferrenaturierung | 2025 | umgesetzt | 346.000 € |
| Bergedorf | Elbe bei Overhaken | Ufersicherung (Artenschutz) | 2025–2026 | umgesetzt | 166.000 € |
| Mitte / Altona / Harburg | Hamburger Hafen | Aufwertung von Spundwänden | 2026 | Bauvergabe läuft | ca. 190.000 € |
| Hamburg-Mitte | Glinder Au | Ufer- und Auenaufwertung | ab 2025 / 2026 | in Planung | ca. 250.000 € |
| Bergedorf | Schleusengraben | Aufwertung Spundwände | ab 2025 / 2026 | Bauvergabe erfolgt | ca. 52.000 € |
| Bergedorf | Elbe östlich Zollenspieker | Uferaufwertung (Deckwerksrückbau) | ab 2025 / 2026 | in Planung | ca. 1.500.000 € |
| Bergedorf | Elbe westlich Zollenspieker | Uferaufwertung | ab 2025 / 2026 | in Planung | ca. 210.000 € |
| Bergedorf | Elbe bei Ochsenwerder | Uferaufwertung | ab 2025 / 2026 | in Planung | ca. 130.000 € |
(Quelle: 23-03686)
Schwerpunkt: Elbe und Bergedorf
Auffällig ist die starke Konzentration der Maßnahmen im Bezirk Bergedorf sowie entlang der Elbe. Gerade dort werden mehrere Projekte parallel geplant, insbesondere zur Uferaufwertung durch Rückbau harter Befestigungen. Das ist ökologisch sinnvoll, da natürliche Uferstrukturen Lebensräume schaffen und den Biotopverbund stärken.
Große Lücke: Keine Planung ab 2027
Deutlich problematischer ist jedoch der Blick in die Zukunft: Für die Jahre 2027 bis 2029 liegen laut Senat keine konkreten Maßnahmenplanungen vor. Stattdessen wird auf das neue Großprojekt „Hamburg, deine Flussnatur“ verwiesen.
Dieses Projekt soll:
- acht Gewässerachsen in Hamburg stärken (ohne die Elbe),
- über einen Zeitraum von zehn Jahren (bis 2035) laufen,
- zahlreiche Maßnahmen bündeln.
Doch entscheidende Punkte bleiben offen:
- Welche konkreten Projekte kommen wann?
- Welche Kosten entstehen?
- Welche Bezirke profitieren?
Hamburg investiert punktuell in die Renaturierung seiner Gewässer – das ist richtig und wichtig. Doch ohne klare Planung über 2026 hinaus fehlt die notwendige Verlässlichkeit. Gerade bei langfristigen Umweltprojekten braucht es verbindliche Zeitpläne, transparente Kosten und klare Prioritäten.
So bleibt der Eindruck: Gute Ansätze sind vorhanden – aber die strategische Steuerung ist noch nicht auf dem Niveau, das eine wachsende Stadt wie Hamburg dringend braucht.

