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Stiftung Lebensraum Elbe: Gewässerprojekte in Hamburg: Viel begonnen – aber keine Planungssicherheit ab 2027

Die Antwort des Senats auf eine Anfrage zu den Aktivitäten der Stiftung Lebensraum Elbe zeigt ein gemischtes Bild: Während für die Jahre 2025 und 2026 konkrete Maßnahmen benannt werden können, fehlt für die Zeit danach jegliche belastbare Planung. Gerade mit Blick auf den langfristigen Gewässerschutz ist das ein deutliches Defizit.

Konkrete Maßnahmen 2025–2026

Für die Jahre 2025 und 2026 listet der Senat mehrere Projekte zur Renaturierung und ökologischen Aufwertung von Gewässern auf. Diese verteilen sich auf verschiedene Bezirke und zeigen, dass punktuell investiert wird – allerdings häufig mit überschaubarem Umfang.

Bezirk Gewässer / Standort Maßnahme Jahr Status Kosten
Altona Flottbek, Jenisch-Park Anlage eines Priels 2025 umgesetzt 105.000 €
Bergedorf Schlinz, Altengammer Elbwiesen Prielrenaturierung, Auwaldentwicklung 2023–2025 umgesetzt 838.000 €
Hamburg-Mitte Elbe, Finkenwerder Vorhafen Uferrenaturierung 2025 umgesetzt 346.000 €
Bergedorf Elbe bei Overhaken Ufersicherung (Artenschutz) 2025–2026 umgesetzt 166.000 €
Mitte / Altona / Harburg Hamburger Hafen Aufwertung von Spundwänden 2026 Bauvergabe läuft ca. 190.000 €
Hamburg-Mitte Glinder Au Ufer- und Auenaufwertung ab 2025 / 2026 in Planung ca. 250.000 €
Bergedorf Schleusengraben Aufwertung Spundwände ab 2025 / 2026 Bauvergabe erfolgt ca. 52.000 €
Bergedorf Elbe östlich Zollenspieker Uferaufwertung (Deckwerksrückbau) ab 2025 / 2026 in Planung ca. 1.500.000 €
Bergedorf Elbe westlich Zollenspieker Uferaufwertung ab 2025 / 2026 in Planung ca. 210.000 €
Bergedorf Elbe bei Ochsenwerder Uferaufwertung ab 2025 / 2026 in Planung ca. 130.000 €

(Quelle:  23-03686)

Schwerpunkt: Elbe und Bergedorf

Auffällig ist die starke Konzentration der Maßnahmen im Bezirk Bergedorf sowie entlang der Elbe. Gerade dort werden mehrere Projekte parallel geplant, insbesondere zur Uferaufwertung durch Rückbau harter Befestigungen. Das ist ökologisch sinnvoll, da natürliche Uferstrukturen Lebensräume schaffen und den Biotopverbund stärken.

Große Lücke: Keine Planung ab 2027

Deutlich problematischer ist jedoch der Blick in die Zukunft: Für die Jahre 2027 bis 2029 liegen laut Senat keine konkreten Maßnahmenplanungen vor. Stattdessen wird auf das neue Großprojekt „Hamburg, deine Flussnatur“ verwiesen.

Dieses Projekt soll:

  • acht Gewässerachsen in Hamburg stärken (ohne die Elbe),
  • über einen Zeitraum von zehn Jahren (bis 2035) laufen,
  • zahlreiche Maßnahmen bündeln.

Doch entscheidende Punkte bleiben offen:

  • Welche konkreten Projekte kommen wann?
  • Welche Kosten entstehen?
  • Welche Bezirke profitieren?

Hamburg investiert punktuell in die Renaturierung seiner Gewässer – das ist richtig und wichtig. Doch ohne klare Planung über 2026 hinaus fehlt die notwendige Verlässlichkeit. Gerade bei langfristigen Umweltprojekten braucht es verbindliche Zeitpläne, transparente Kosten und klare Prioritäten.

So bleibt der Eindruck: Gute Ansätze sind vorhanden – aber die strategische Steuerung ist noch nicht auf dem Niveau, das eine wachsende Stadt wie Hamburg dringend braucht.