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Stolpersteine in Bramfeld: 1 Million Aufrufe und die Logik eines Algorithmus, der Hass belohnt (mit Video)

Mein Reel zur Reinigung der Stolpersteine hat über eine Million Aufrufe erreicht. Doch was diese Reichweite sichtbar macht, ist nicht nur Interesse – sondern auch die Mechanik dahinter: Aufmerksamkeit wird dort verstärkt, wo Emotionen eskalieren. Und nichts treibt diese Dynamik so zuverlässig an wie Empörung, Abwertung und Hass.

Die Reaktionen in den Kommentaren haben mich in ihrer Heftigkeit und Tonlage tief getroffen. Es ging längst nicht mehr nur um Kritik. Vieles war geprägt von Unwissen, unverhohlenem Antisemitismus und offener Verachtung. In dieser Dichte wirkt es wie ein Brennglas: Der Algorithmus hebt genau jene Inhalte hervor, die polarisieren, provozieren und Menschen gegeneinander aufbringen. Was laut ist, wird sichtbar. Was verletzt, wird verstärkt.

Natürlich stellt sich die Frage nach der Echtheit mancher Stimmen. Doch viele Kommentare waren eindeutig von realen Menschen verfasst. Und genau das ist der beunruhigende Kern: Diese Haltungen existieren – und sie finden in digitalen Räumen nicht nur Ausdruck, sondern auch Resonanz. Plattformen bilden diese Realität nicht nur ab, sie strukturieren sie aktiv mit. Indem sie Interaktion maximieren, geben sie dem Extrem mehr Gewicht als dem Differenzierten.

Gleichzeitig wäre es falsch, nur auf diese Seite zu blicken. Es gab zahlreiche Stimmen, die Mitgefühl, Unterstützung und klare Haltung gezeigt haben. Sie gehen im Lärm oft unter, aber sie sind da. Und sie widersprechen – sachlich, respektvoll und entschieden. Auch das gehört zur Realität, auch wenn es algorithmisch seltener belohnt wird.

Für mich bleibt klar: Aufhören ist keine Option. Auch im kommenden Frühjahr werde ich in Bramfeld wieder die Stolpersteine reinigen – als sichtbares Zeichen gegen das Vergessen. Vielleicht hat dieses Video trotz aller Dynamiken genau das erreicht: dass einige innehalten, hinschauen und selbst aktiv werden. Darauf kommt es an.

Hier finden Sie das ursprüngliche Instagram-Reel:

 

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Ein Beitrag geteilt von Sandro Kappe, MdHB (@sandrokappe)