Partnergewalt findet häufig im Verborgenen statt. Betroffene schweigen aus Angst oder Scham, während Nachbarn, Freunde oder Bekannte zwar Veränderungen wahrnehmen, aber oft nicht wissen, wie sie richtig reagieren können. Genau hier setzt das Projekt „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ an.
StoP verfolgt einen Ansatz direkt im Stadtteil. Durch Informations- und Aufklärungsarbeit sollen Menschen für Anzeichen von Partnergewalt sensibilisiert werden. Gleichzeitig werden Nachbarschaft, soziale Einrichtungen und weitere Akteure miteinander vernetzt. Ziel ist es, Gewalt früher zu erkennen, Betroffene zu unterstützen und das Umfeld zu ermutigen, nicht wegzusehen.
Gerade für Steilshoop ist diese Arbeit von großer Bedeutung. Viele Menschen und soziale Einrichtungen sind hier eng miteinander verbunden. Diese bestehenden Netzwerke können dabei helfen, Betroffene schneller zu erreichen und ihnen Wege zu Beratungs- und Hilfsangeboten aufzuzeigen.
Auf meine Nachfrage bestätigte der Senat ausdrücklich, dass die StoP-Projekte für den Gewaltschutz in Hamburg eine „große Bedeutung“ haben. Damit erkennt auch der Senat an, wie wichtig die Arbeit vor Ort für die Prävention und Bekämpfung von Partnergewalt ist.
Diese Anerkennung muss sich jedoch auch in einer verlässlichen Zukunftsperspektive zeigen. Für das Jahr 2026 wurde die Finanzierung der bestehenden Projekte gesichert. Der Senat beabsichtigt zwar, StoP auch darüber hinaus zu fördern, teilte jedoch zugleich mit, dass die Planungen noch nicht abgeschlossen seien.
Ein Projekt, das nach Einschätzung des Senats eine große Bedeutung für den Gewaltschutz besitzt, benötigt eine verlässliche und langfristige Finanzierung. Die Arbeit gegen Partnergewalt darf nicht jedes Jahr erneut von befristeten Förderentscheidungen abhängen. StoP muss in Steilshoop dauerhaft fortgesetzt werden können.
Quelle: Schriftliche Kleine Anfragen Drs. 23/5087 vom 28. August 2026 und Drs. 23/4795 vom 17. Juli 2026

