Die Antwort des Senats zur Straßensozialarbeit in Steilshoop, Farmsen-Berne und Bramfeld fällt ernüchternd aus – und zeigt erneut, wie wenig Rot-Grün die Realität in unseren Quartieren wahrnimmt. Während die sozialen Herausforderungen wachsen, bleiben die personellen Ressourcen praktisch auf Minimalniveau stehen.
In Steilshoop – einem Stadtteil, der seit Jahrzehnten mit strukturellen Problemen zu kämpfen hat und in dem regelmäßig von „Brennpunkt“ oder „Ghetto“ gesprochen wird – gibt es genau eine einzige Vollzeitstelle in der Jugendsozialarbeit. Eine Stelle für rund 20.000 Einwohner. Das Angebot besteht „schon sehr lange“ – sprich: Es wurde seit Jahren weder erweitert noch an die Realität angepasst.
In Farmsen-Berne wurde immerhin zum 1. März 2025 eine VZÄ-Stelle bei Streetlife e. V. neu geschaffen. Ein Schritt in die richtige Richtung – aber ebenfalls viel zu wenig angesichts wachsender Herausforderungen in der Jugend- und Straßensozialarbeit.
Und Bramfeld? Gar nichts. Kein Angebot. Kein Träger. Keine Planung. Obwohl Bramfeld einer der größten Stadtteile Hamburgs ist und ebenfalls Problemlagen aufweist, die Straßensozialarbeit zwingend erforderlich machen würden.
Besonders kritisch: Der Senat teilt mit, dass es keinerlei Planungen gibt, diese Angebote zu erweitern, umzustrukturieren oder überhaupt zu modernisieren. Keine neuen Stellen. Keine Umschichtungen. Kein Zeitplan. Keine Perspektive. Es bleibt beim Status quo – egal wie groß der Bedarf ist.
Gerade in Steilshoop und Bramfeld zeigt sich immer wieder, wie wichtig aufsuchende Sozialarbeit wäre, um Jugendliche zu erreichen, Konflikte frühzeitig abzufangen und das soziale Umfeld zu stabilisieren. Wer die Hilfsangebote auf diesem Niveau belässt, riskiert, dass sich soziale Problemlagen weiter verfestigen.
Hamburg braucht endlich eine Sozialpolitik, die die Realität vor Ort anerkennt – und nicht eine, die sich mit symbolischen Mindestlösungen begnügt. In Stadtteilen wie Steilshoop, Farmsen-Berne und Bramfeld sind zusätzliche Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter keine Luxusfrage, sondern Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Miteinander. Der jetzige Zustand ist unhaltbar.
Quelle: Drucksache 23/2044

