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Straßensozialarbeit in Steilshoop: Wichtiges Gebäude im Gropiusring verfällt weiter – trotz Ausschreitungen fehlt weiter das Geld

Ausgerechnet in Steilshoop, wo Straßensozialarbeit besonders wichtig ist, lässt der Senat die zuständige Einrichtung weiter in einem mangelhaften Gebäude arbeiten. Der bauliche Zustand der Immobilie im Gropiusring 19–21 wird vom Senat selbst offiziell als „mangelhaft“ eingestuft. Trotzdem stehen weiterhin keine Haushaltsmittel für die dringend notwendige Sanierung zur Verfügung.

Dabei zeigt gerade Steilshoop immer wieder, wie wichtig funktionierende Straßensozialarbeit vor Ort ist. Insbesondere zu Halloween und in der Silvesternacht kommt es regelmäßig zu heftigen Ausschreitungen im Stadtteil. Jugendliche, Konflikte im öffentlichen Raum und schwierige soziale Lagen beschäftigen Anwohner, Polizei und soziale Einrichtungen seit Jahren. Umso wichtiger wäre es, die Menschen zu unterstützen, die täglich versuchen, vor Ort präventiv zu arbeiten und Jugendliche zu erreichen.

Geplant ist laut Senat zwar eine Komplettsanierung des Gebäudes auf Grundlage eines Sanierungskonzepts. Die Kosten werden auf rund 428.597 Euro geschätzt. Doch obwohl das Bezirksamt Wandsbek der Maßnahme selbst eine „hohe Priorität“ einräumt, wurde bislang kein Geld bereitgestellt. Der Finanzierungsbedarf wurde lediglich für den Doppelhaushalt 2027/2028 angemeldet.

Das ist ein fatales Signal. Während an anderer Stelle Millioneninvestitionen beschlossen werden, schafft es der Senat offenbar nicht, vergleichsweise geringe Mittel für eine zentrale soziale Einrichtung in Steilshoop bereitzustellen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Straßensozialarbeit leisten dort jeden Tag wichtige Arbeit für den sozialen Frieden im Stadtteil – und müssen dies weiterhin in einem Gebäude tun, dessen Zustand der Senat selbst als mangelhaft bezeichnet.

Gerade wer Prävention und soziale Stabilität ernst nimmt, darf solche Einrichtungen nicht vernachlässigen. Dass ausgerechnet an dieser Stelle weiterhin kein Geld vorhanden sein soll, ist kaum nachvollziehbar.

Quelle: Bürgerschaftsdrucksache 23/3970.