Im Tegelweg in Farmsen-Berne sollte schon vor rund 15 Jahren eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden. Die entsprechende Anordnung wurde bereits 2011 von der Straßenverkehrsbehörde getroffen. Doch bis heute ist die Maßnahme nicht umgesetzt worden.
Der Grund: Laut Aussagen aus der Wandsbeker Bezirkskoalition aus SPD, Grünen und FDP habe es Widerstand von Anwohnern gegeben. Hintergrund ist eine Ampelanlage auf Höhe der Straße Ophof. Nach der Straßenverkehrsordnung sind Ampeln in klassischen Tempo-30-Zonen grundsätzlich nicht vorgesehen. Würde der Tegelweg vollständig zur Zone erklärt, müsste die Ampel daher abgebaut werden.
Nach Darstellung der Bezirkskoalition hätten sich Anwohner in der Vergangenheit dafür ausgesprochen, die Ampel zu behalten und auf die Tempo-30-Zone zu verzichten. Deshalb sei die Umsetzung bislang nicht erfolgt.
Anwohner berichten: Wir wurden nie gefragt
Inzwischen melden sich jedoch mehrere Anwohner und berichten, dass sie damals gar nicht in eine solche Entscheidung einbezogen worden seien. Einige zeigen sich überrascht darüber, dass ihre angebliche Ablehnung als Hauptgrund für das Ausbleiben der Maßnahme genannt wird.
Tempo 30 wäre auch ohne Zone möglich
Dabei gibt es durchaus eine mögliche Lösung für das Problem. Anstelle einer kompletten Tempo-30-Zone könnte auch eine streckenbezogene Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h eingeführt werden.
Der Unterschied ist entscheidend: In einer Tempo-30-Zone sind Ampeln grundsätzlich nicht vorgesehen.
Bei einer Tempo-30-Strecke hingegen können Ampeln weiterhin bestehen bleiben.
Damit wäre es möglich, die Ampel zu erhalten und gleichzeitig Tempo 30 einzuführen. Solche Lösungen werden auch im Hamburger Lärmaktionsplan als Instrument genannt.
Nach 15 Jahren stellt sich die Frage nach dem politischen Willen
Dass ein bereits beschlossenes Projekt über anderthalb Jahrzehnte nicht umgesetzt wird, wirft Fragen auf. Zumal inzwischen deutlich wird, dass die Gründe für die Verzögerung möglicherweise nicht so eindeutig sind, wie lange dargestellt.
Für viele Anwohner geht es vor allem um mehr Verkehrssicherheit und weniger Lärm in ihrer Wohnstraße. Eine streckenbezogene Tempo-30-Regelung könnte hier einen Kompromiss darstellen.
Den vollständigen Bericht dazu gibt es im Hamburger Abendblatt: https://www.abendblatt.de/hamburg/wandsbek/article411420397/verkehr-hamburg-30er-zone-vor-15-jahren-beschlossen-aber-nie-umgesetzt-der-kuriose-grund.html

